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Fairer Handel statt Almosen.
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Datenbank Weltläden BRD. Eine Seite der Verbraucherinitiative.
 
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Weltladen
Libera Terra
„Befreite Erde“ nennt sich ein Projekt aus Italien, das gegen mafiöse Strukturen kämpft. Auf konfiszierten Böden werden heute auch biologische Produkte produziert.
-> www.legalundlecker.de

 

 


Bioladen Momo

Fairer Handel


Was heisst hier eigentlich "aus fairem Handel"

Im Gegensatz zum Begriff "Bio", welcher gesetzlich geschützt ist und nur für tatsächlich biologisch erzeugte Produkte steht, darf der Begriff "fair" von jedem und für alles verwendet werden.
Ähnlich wie "regional" ist der Slogan "fair" beim Verbraucher positiv besetzt. Und womit sich ordentlich Kohle machen lässt, da sind auch Schwarze Schafe am Werk.

Was ist FAIR und warum FAIR? Darüber möchten wir auf dieser Seite informieren. Aufgrund der Breite des Themas bieten wir nur einen Abriss. Für weitergehende Informationen surfen Sie über die Links, rechte Spalte stehen sie alle beisammen.


-> Grundlagen des Fairen Handels
-> Stand der Dinge
-> Beispiel BanaFair
-> Schein & Sein

"Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker"


Die Grundlagen fairen Handels
Geboren ist diese "Bewegung", Hand in Hand mit der Naturkostbewegung, aus dem Wunsch heraus, Mitmenschen und Umwelt nicht auszubeuten; die Früchte der 68er.

Persönliche Gesundheitsinteressen stehen dabei nicht an erster Stelle: Jahrelang haben wir uns mit derber Nicaragua-Kaffee-Röstung die Magenschleimhäute fairätzt, aus Solidarität mit Kleinbauernkooperativen in Lateinamerika.

Kaffee und Tee, Kakao und Schokolade, Bananen, Exoten, Gewürze: Produkte, die aus so genannten "Entwicklungsländern" stammen, bereichern unseren Speiseplan
Sie werden hier sehr billig angeboten und das hat seinen Preis: Viele Menschen in den Anbauländern arbeiten unter unwürdigen Bedingungen oder erhalten für ihre Ernteerträge so niedrige Preise, dass nicht einmal die Produktionskosten gedeckt sind. Die Existenz von unzähligen Kleinbauern- und Arbeiterfamilien ist bedroht. Für sie setzt sich der Faire Handel ein.


"Eure Almosen könnt ihr behalten- wenn ihr gerechte Preise zahlt"


Zu einem Produkt, dass den Namen "fair" verdient, gehören Kriterien wie
- Vorfinanzierung
- Mindestpreisgarantien
- Abnahmegarantien
- Verbot von Kinderarbeit
- Entlohnung die ein menschenwürdiges Leben ermöglicht
- Vereinigungsfreihet der ArbeiterInnen
- Zugang zu Schulen, zu medizinischer Betreuung
- unabhängige Kontrollen dieser Standards

Die Bananenplantagen und Kleinbauerngenossenschaften, die für den Fairen Handel produzieren, müssen ihrerseits bestimmte soziale und ökologische Bedingungen einhalten.
- Sie sind politisch unabhängig und demokratisch organisiert.
- Sie weisen regelmäßig nach, dass die Entscheidung über die Verwendung der Mehrerlöse aus dem Fairen Handel demokratisch und gemeinschaftlich getroffen werden.
- Das Management und die Verwaltung arbeiten transparent und kontrollierbar.
- Die Betriebe sind verpflichtet, arbeitsrechtliche und soziale Mindeststandards einzuhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Bereitstellung von Schutzkleidung, feste Arbeitsverträge, geregelte Pausenzeiten und bezahlte Überstunden.
- Zwangs- und Kinderarbeit sind verboten.
- Maßnahmen zum Schutz der Gewässer und der Böden vor Erosionen sind ebenfalls obligatorisch.
In Genossenschaften sind selbstständige Bauern mit eigenem Land zusammengeschlossen. Für Plantagen, auf denen Arbeiter gegen Lohn für einen bestimmten Eigentümer arbeiten, gelten im Fairen Handel zusätzliche Regeln, um die Rechte der Arbeiter zu stärken.
In den Anfängen dieser Solidaritätsbewegung handelten wir vor allem die klassischen "3-Welt"-Waren wie Kaffee, Tee, Bananen, Zuckerrohr, Honig.
Es gab es noch kein "bio UND fair", das kam erst viel später; denn ein Kleinbauer konnte es sich nicht leisten diesen Aufwand (Kontrollen, Zertifkate, Schadstoffanalysen) zu finanzieren, allerdings ebenso wenig die Plantagen mit Pestiziden zu verseuchen.
Es geht im kleinen darum, gerechte Strukturen und soziale Standards zu schaffen (wie sie hierzulande- noch- selbstverständlich sind); im Grossen darum, die ruinösen Auswirkungen von Weltwirtschaft, Spekulation und die Machenschaften multinationaler Konzerne zu umgehen.

Der Wandel in Bildern:

<– Die "alte" Verpackung zeigte die Faust,

...die neue ein zartes Pflänzchen –>







Auch heute noch sind Strukturen, die an koloniale Zeiten erinnern, an der Tagesordnung.
"Ethiquable" beschreibt das Thema treffend:

Stand der Dinge
Mit rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit besteht etwa die Hälfte der ökonomisch aktiven Bevölkerung aus Bauern des Südens.
Viele unserer täglichen Nahrungsmittel stammen von Kleinproduzenten dieser Länder.

Die kleinbäuerliche Landwirtschaft des Südens ist familienorientiert und findet in der Regel auf Parzellen zwischen einem und drei Hektar Größe statt. Dort werden Reis, Mais oder Maniok für den Eigenverbrauch angebaut, Überschüsse werden auf lokalen Märkten verkauft.
Für den Export bestimmte Erzeugnisse wie Kaffee, Tee oder Kakao werden auf internationalen Märkten gehandelt. Mit den Erlösen können die Familien die Ausgaben für die Erziehung ihrer Kinder, Kleidung, Medizin oder den Kauf von Gebrauchsgütern bestreiten.

Wettbewerb zwischen kleinbäuerlicher und industrieller Landwirtschaft
In den Ländern des Südens erhält die einheimische Landwirtschaft meist keine Unterstützung durch den eigenen Staat und sieht sich einem Wettbewerb mit der hochproduktiven und oftmals von staatlichen Subventionen geförderten industriellen Landwirtschaft ausgesetzt. Daher müssen die Bauern des Südens, wenn sie ihr Produkt zum gleichen Preis wie die industrielle Landwirtschaft anbieten wollen, deutlich niedrigere Gewinne in Kauf nehmen.

Wer für den Export produziert, ist in besonderem Maß betroffen. Aber auch Bauern, die ihre Produkte lokal vermarkten, sind von dem ungleichen Wettbewerb betroffen, da viele aus dem Norden importierte Produkte auch auf lokalen Märkten erhältlich sind und da so genannte Hilfsgüter den heimischen Marktpreis zerstören.
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Preisverfall, Verschuldung und Landflucht
Ein wachsendes Angebot und Überproduktion hat bei einigen Lebensmittel-Rohstoffen zu einem Verfall der Preise geführt. Der Preis für Zucker aus Zuckerrohr ist im Laufe eines Jahrhunderts um zwei Drittel gefallen, der Preisverfall von Kaffee, Kakao und Bananen zu Beginn des 21. Jahrhunderts war beispiellos.
Gleichzeitig sind die Produktionskosten (Dünger, Saatgut, Transport, etc.) ständig gestiegen. Dies hat zu stark verringerten Einnahmen bei den Kleinbauern des Südens und damit zu einer zunehmenden Landflucht und Verarmung der auf dem Land gebliebenen Menschen geführt.

In vielen Fällen übersteigen die realen Produktionskosten eines Kleinbauerns seine Einnahmen. Das verhindert notwendige Investitionen in Gerätschaften, Saatgut oder Düngemittel.

Viele Bauern sind inzwischen gefangen in einem dramatischen Kreislauf aus Verschuldung und Entkapitalisierung. Um zu überleben, nehmen sie informelle Wucherkredite in Anspruch. Die Rückzahlung dieser Kredite zwingt sie allmählich ihren Viehbestand, ihr Werkzeug und sogar ihr Land zu verkaufen. Dies sind die Hauptursachen für Migrationsbewegungen in die Stadt. In vielen Gegenden überlebt die kleinbäuerliche Landwirtschaft nur dank der saisonalen Migration meist männlicher Familienmitglieder, die in Großstädten beispielsweise als fliegende Händler oder in der Bauwirtschaft arbeiten. Dies wiederum führt zu einer Zerrisenheit der Familien über längere Zeiträume. Währendältere Familienmitglieder auf dem Land bleiben, ziehen die Jüngeren weg. Der Wegfall ökonomischer Aktivitäten verhindert wiederum staatliche Investitionen in wichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen, Stromnetze, etc.
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Kleine Produzenten und multinationale Konzerne
Die meisten tropischen Agrarprodukte, die für den Export bestimmt sind, stammen aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Doch die Kleinproduzenten leben sehr verstreut und haben daher große Schwierigkeiten sich untereinander zu organisieren, um ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten. Sie leben weit entfernt von den Zielmärkten und kennen diese daher kaum. Die Verhandlungsposition der Kleinproduzenten gegenüber den internationalen Aufkäufern ist daher stark eingeschränkt. Letztere hingegen sind bestens organisiert und haben die Marktmacht auf ihrer Seite.

Vier Unternehmen beherrschen 40 Prozent des weltweiten Reismarkts, sieben den Kakaomarkt und vier multinationale Großkonzerne teilen sich 60 Prozent des Kaffeemarkts. Diese Unternehmen versorgen sich mit den Ernten von Millionen von Kleinproduzenten aus rund 50 Ländern.

Durch die Liberalisierung der Rohstoffmärkte und dem Verschwinden internationaler Regulierungsinstanzen, sind die Preise landwirtschaftlicher Produkte großen Schwankungen ausgesetzt. Starker Preisverfall kann Kleinproduzenten schnell in den Ruin treiben und die wirtschaftliche Situation eines ganzen Landes beeinflussen. Der Kaffeesektor durchlebte zwischen 2000 und 2005 eine schwere Krise mit Preisen, die weit unter den Produktionskosten lagen. Dadurch verarmten 25 Millionen kleine Kaffeebauern. Fehlt eine Marktregulierung, diktieren die Aufkäufer die Spielregeln. Dieses Gesetz des Stärkeren ist auf Spekulationsgewinne ausgerichtet und lässt Millionen von Kleinbauern in einer fortwährenden Unsicherheit leben.
Quelle:
-> www.ethiquable.de


Beispiel: Bananen aus Fairem Handel
Der Faire Handel ist international organisiert. Erzeugerorganisationen, Importeure und Händler, die Bananen nach den Richtlinien des Fairen Handels herstellen bzw. vermarkten, sind bei der FLO registriert. Die Abnehmer, die fair gehandelte Bananen nach und in Europa verkaufen, sind verpflichtet, die Ware ausschließlich bei Erzeugern einzukaufen, die bei der FLO als Partner registriert sind.
(FLO, Fair Trade Labelling, siehe unten)

Bananen von BanaFair
Bio-Fair-Trade-Bananen von UROCAL in Ecuador stammen aus kleinbäuerlicher Mischkultur und aus Agro-Forst-Systemen
• sind bio-zertifiziert durch Naturland®
• sowie nach EU-Bio-Verordnung durch BCS (DE-001-Öko-Kontrollstelle)
• Fairtrade-zertifiziert durch FLO (Fair Trade Labelling Organizations International) sowie
• zertifiziert nach den Naturland Fair Richtlinien

So setzt sich der Preis zusammen:
(pro Karton à ca. 18 kg/ Stand:01.01.2011)
• Basispreis netto Frucht Produzent/ in $ 6,50
• Materialkosten (Karton etc.) Kosten $ 1,71
• Qualitätskontrolle, Palettisierung, Verladung etc. Kosten $ 0,70
• Container Transport Machala -> Guyaquil Kosten $ 0,50
• Finanzierungs-/ Verwaltungskosten Urocal $ 1,09
• Programmkosten (Agrarberatung, Fördermaßnahmen Urocal $ 1,00 für Kinder + Jugendliche, Organisationsentwicklung)
• Fair Trade Prämie (für Sozial-/ Öko-Programme) Produzent/innen $ 1,00

= FOB-Preis ab Guayaquil $ 12,50

(zum Vergleich: FLO-Mindestpreis = 9,50 USD bis 31.12.09; ab 01.01.11 = 11,50 $)

• Seefracht Guyaquil -> Hamburg bzw. Rotterdam $ 3,55
= bei Ankunft in Hamburg/ Rotterdam $ 16,05
(1 € = 1,35 USD) = € 11,89
• EU-Einfuhrzoll (143 € pro Tonne, ab 01.01.2011) € 2,60
• Abfertigungskosten Hafen, THC, Container-Trucking, Lagerung € 0,84
• Qualitätskontrolle/ Qualitätsreserve € 0,62
• Zertifizierung, Lizenzgebühren € 0,15
• Finanzierungskosten/ Kostendeckung BanaFair € 1,00
• PLUS zusätzlicher Projektbeitrag, NUR bei BanaFair-Bananen € 1,80 für Entwicklungsprojekte/ Gewerkschaften/ Öffentlichkeitsarbeit

= Grünpreis ab Hafen, nach Abfertigung/ Verzollung € 18,90
Transport Hafen-> Reiferei + Kosten für Reifung und Kommissionierung € 2,50
= Kosten für 1 Kiste nach Reifung, am Reiferei-Standort € 21,40

= Kosten pro kg € 1,19
Abgabepreis an Bio-Großhandel (je nach Menge) ab € 1,26
Abgabepreis an Einzelhandel (je nach Menge) ab € 1,69
Gilt bei Direktbelieferung durch BanaFair, zuzügl. Lieferkosten.
Bei Lieferung durch den Bio-Großhandel gelten dessen jeweilige Preise.
Alle Preise zuzügl. MwSt.
Quelle: BanaFair
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Beispiel Bananen bei MOMO
Unser Verkaufspreis: 1,99 Euro
abzgl. MWST = 1,85 netto

Ertragsbedarf knapp 30%= über 50cent
ergibt: Bei einen Einkaufspreis von 1,35 Euro wirtschafteten wir kostendeckend.

Den geringeren Ertrag nehmen wir für dieses Projekt gerne in Kauf !
Auch andere Produkte wie Kaffee, Tee, Zucker aus fairem Handel sind so knapp kalkuliert.

Nein, es ist nicht wie "damals", als wir, aus Solidarität, Selbstausbeutung statt Fremdausbeutung praktizierten; auch bei zB Milchprodukten ist der Ertrag unter dem notwendigen und muss deshalb an anderer Stelle erwirtschaftet werden.
Auch mit Ihrem Einkauf anderer Lebensmittel helfen Sie also, diesen geringeren Aufschlag durchzusetzen; mit anderen Worten: Jeder Einkauf bei Momo ist ein fairer Einkauf, unterstützt die "internationale Solidarität" ;–)
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Schein und Sein - Studie vergleicht Standards im Fairen Handel
Das "Forum Fairer Handel" hat drei verschiedene Gütesiegel, die einen fairen Handel versprechen, mit den Standards des zertifizierten fairen Handels verglichen.
Ergebnis: Nur Produkte mit dem FairTrade-Logo seien tatsächlich fair gehandelt.
An zweiter Stelle kommt das Hand-in-Hand-Logo der Firma Rapunzel.

Weitere Projekte, wie sie zB viele der Pioniere der Naturkostbewegung seit Jahrzehnten betreiben, wurden hier nicht untersucht.

Das Forum versteht sich als Netzwerk des Fairen Handels in Deutschland. Akteure wie Transfair, Weltladendachverband, Gepa oder Misereor sind dort Mitglied. Sie alle arbeiten mit dem „offiziellen“ FairTrade-Logo und dem dahinter stehenden Zertifizierungssystem (FLO).

In einer Studie hat das Forum Fairer Handel dieses System mit drei anderen Gütesiegeln und deren Standards verglichen: Rainforest Alliance, Common Code for the Coffee Community (4C) und Rapunzel– Hand in Hand.

Rainforest und 4C hätten nichts mit fairem Handel zu tun, sagt die Studie. In der Kommunikation dieser Systeme werde jedoch „oftmals suggeriert, dass alles, was unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit rangiert, automatisch auch fair sei.“ Diese Schlussfolgerung „ist unzutreffend und somit falsch“.
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Kritik an fehlenden Mindestpreisen

Rapunzels Hand in Hand-Programm habe als einziges dieser drei Systeme überhaupt direkte Verbindungspunkte zum Fairen Handel, lautet das Fazit der Studie. „Im direkten Vergleich zwischen FLO-Fairtrade und Rapunzel’s Hand-in-Hand wird jedoch deutlich, dass die internen Kriterien von Rapunzel entscheidend hinter den Kriterien des FLO-Systems zurückbleiben.“
Die Studie moniert fehlende fixe Mindestpreise für die Produkte. Eine Vorfinanzierung der Ernte sei nur im Notfall möglich und eine externe Kontrolle nur „rudimentär“ vorhanden.
Rapunzel weist darauf hin, dass es Preise deutlich über dem Weltmarktpreis zahle. „Es ist ein Grundsatz unseres Handels, allen Lieferanten langfristig einen Preis zu garantieren, der den Erzeugern ein langfristiges und nachhaltiges Einkommen garantiert“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Darin wird auch festgestellt, dass eine Vorfinanzierung bei begründeten Anfragen sehr wohl möglich sei. Außerdem übernehme Rapunzel die Zertifizierungskosten für das Hand-in-Hand-Programm, das regelmäßig vom Zertifizierer IMO überprüft wird.

Nur kurz geht die Studie auf die Fairtrade-Zertifizierungen der beiden Öko-Kontrollstellen Ecocert und IMO ein.
Bei Ecocert kritisiert sie fehlende Transparenz. Die Kriterien seien nirgendwo veröffentlicht.
IMO („Fair for life“) baue auf den FLO-Standards auf, unterscheide sich aber in Details.
Die Studie geht davon aus, dass auch andere Bio-Zertifierer eigene FairTrade-Standards definieren werden und warnt: Dies sei „eine Entwicklung, die zwangsläufig dazu führen muss, dass die Europäische Kommission definiert, was Fairer Handel ist und wer das alles zertifizieren darf.“

Was das bedeutet haben wir in der Verwässerungspolitik der EU deutlich vor Augen geführt bekommen.
Siehe Momos "bio=bio"- Seite
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Chiquita-Umwelt-Logo

Quelle: Biohandel aktuell 2005

Chiquita-Umwelt-Logo
Bananen nicht fair und nicht bio

Seit Anfang November (2005) tragen alle Chiquita-Bananen einen grünen Frosch als Umwelt-Logo. Das mit großem Werbeaufwand herausgestellte Zeichen stammt von der Umweltorganisation Rainforest Alliance (siehe oben). Es soll eine nachhaltige Bananenproduktion nach deren Standards bestätigen. Doch bleiben diese Standards weit hinter den Kriterien für ökologisch angebaute und fair gehandelte Bananen zurück.

Nach Angaben von Chiquita sind seit dem Jahr 2000 alle 115 unternehmenseigenen Plantagen nach den „strengen Umwelt- und Sozialstandards“ der Rainforest Alliance zertifiziert. Ende 2004 hätten auch bereits 83 Prozent aller Zulieferer die Standards eingehalten. Dies garantiere „gute Arbeits- und Lebensbedingungen auf den Plantagen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft, in der Umweltschutz groß geschrieben wird.“ Zudem verweist Chiquita auch noch auf seine Zertifizierung nach den Sozialstandards der internationalen Norm SA8000 sowie auf eine Rahmenvereinbarung zum Arbeitsrecht mit regionalen und internationalen Gewerkschaften.

Werbesprüche oder echtes Engagement?

Die Rainforest Alliance, nach deren Standards Chiquita arbeitet, ist „eine ernst zu nehmende Organisation mit einer sehr guten Reputation“, sagt Martin Geiger, Tropenwaldreferent der Umweltorganisation WWF Deutschland. Sie setze sich seit Jahren für den Erhalt der Regenwälder ein und habe maßgeblich zum Erfolg des Forest Stewardship Council (FSC) beigetragen. Der FSC zeichnet weltweit nachhaltig produziertes Holz aus.

Die Standards der Rainforest Alliance für den Bananenanbau sind sehr detailliert und reichen von der Bewahrung des Ökosystems und der Artenvielfalt über faire Behandlung der Arbeiter bis hin zu Bewässerungs- und Abfallmanagement. Sie sind damit breiter angelegt als die Regeln des Ökolandbaus oder des Fairen Handels. Allerdings sind sie in entscheidenden Punkten weit weniger streng. Auch die Qualität der Kontrolle (siehe unten) und damit die Umsetzung der Standards ist fraglich.
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Pestizide bleiben erlaubt

Vorgeschrieben ist ein integriertes Schädlingsmanagement, das den Einsatz an Pestiziden verringern soll. Gespritzt werden darf nur, wenn ein entsprechend hoher Schädlingsdruck nachgewiesen wurde und nur auf den befallenen Flächen. Die Plantagen müssen eine kontinuierliche Reduktion der Menge und Giftigkeit der eingesetzten Chemikalien nachweisen. Es gibt umfangreiche Regeln für den Umgang mit Agrochemikalien.

Die Praxis sieht anders aus: Der Nachhaltigkeitsbericht 2002 von Chiquita– ein aktuellere Fassung war Anfang Dezember 2005 nicht veröffentlicht– zeigt, dass auf den Chiquita-Farmen im Durchschnitt über 40 Kilogramm Pestizidwirkstoffe je Hektar versprüht wurden. Auf den Plantagen in Costa Rica waren es sogar über 60 Kilogramm. 2002 waren diese Plantagen bereits seit zwei Jahren zertifiziert.

Keine festen Preise für Bauern

Öko-faire Bananen stammen größtenteils von Kleinbauern-Kooperativen. Chiquita dagegen besitzt 115 eigene Plantagen und kauft von anderen Plantagen zu. Die Rainforest Standards verlangen für die Plantagenarbeiter die Einhaltung der Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Dazu zählen die national vorgeschriebenen Mindestlöhne, Vereinigungsfreiheit und das Verbot von Kinderarbeit. Vorgegeben sind auch Standards für Unterkünfte sowie Zugang zu Schulen und medizinischer Betreuung. Der Verweis auf den gesetzlichen Mindestlohn für Plantagenarbeiter garantiert übrigens nicht, dass dieser Lohn auch für ein menschenwürdiges Leben ausreicht. Der Nachhaltigkeitsbericht von 2002 nennt Probleme vor allem beim Einhalten der Arbeitszeiten.

Der entscheidende Unterschied zum Fairen Handel: Chiquita zahlt seinen Zulieferern keine festen Mindestabnahmepreise. Diese Farmen, die nach Angaben von Transfair etwa zwei Drittel der Chiquita-Bananen produzieren, sind damit vom Preisschwankungen auf dem Weltmarkt und vom Wohlwollen Chiquitas abhängig. Doch nur feste Preise garantieren den Bauern ein Einkommen, das Produktions- und Lebenshaltungskosten deckt. Für fair gehandelte Bananen wird zudem ein Fairhandels-Aufschlag gezahlt, der sozialen Zwecken zugute kommt. Auch Fairhandels-Kriterien wie langfristige Geschäftsbeziehungen und Vorfinanzierung finden sich in den Kriterien der Rainforest Alliance nicht.

Die Zertifizierung der Chiquita-Farmen erfolgt durch die Rainforest Alliance in Zusammenarbeit mit lateinamerikanischen Umweltverbänden und lokalen Organisationen. Die Betriebe werden jährlich kontrolliert und erhalten Punkte für die Erfüllung der einzelnen Kriterien, wobei 100 Punkte den Maximalwert darstellen. In der Praxis gibt es an diesen Kontrollen massive Kritik. Rudi Pfeifer, Geschäftsführer von Banafair, bezeichnet das Verfahren als „nicht transparent“. Es sei nicht nachvollziehbar, mit wie vielen Punkten eine Farm noch zertifiziert werde. In Sachen Arbeitsrecht gebe es zertifizierte Betriebe, bei denen Kriterien wie Vereinigungsfreiheit, kollektive Lohnverhandlungen oder Tarifverträge nicht eingehalten würden. Banafair hat eine detaillierte Stellungnahme erstellt, die demnächst online gehen soll.
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