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Nix für schwache Nerven

Schwerpunkt Region: Dezentral statt global schütz Umwelt & Klima
Flaschenpost: Saft aus dem Oberbergischem
Saft aus der Region

Wein von der Mosel
Weine von der Mosel

Honig aus Bonn
Honig von Olaf aus Bonn

Kräuter-Palm
Kräuter-Palm aus Hersel

Otto mit Frau Agiesczka
Bäckerei Sonnenkorn

David Lee Schlenker (DLS, Hennef)
Bäckermeister David


Klima

CO2, Landwirtschaft & Transport



-> Momo
-> Bioanbau gegen Klimawandel
-> Transport-Unwesen
-> Bio-Sprit ?
-> Der lange Schatten des Viehs
-> Klimakiller regionale Lebensmittel ?
-> Vorsicht bei Klimabilanzen- BÖLW-Vorstand Prinz zu Löwenstein
-> Langzeitlagerung von Äpfeln bei Hof Augustin im "Alten Land"



Momo
Mit "Naturkost verkaufen" ist unser ökologisches Bewusstsein nicht am Ende.
- Der Strom, den wir in nicht geringer Menge verbraten, wird aus regenerativen Quellen bezogen, zu einem erheblichen Teil erzeugen wir ihn selbst –> Momo-Energie
- Ob Einrichtung, Beleuchtung, Kühlung, Transport, von Fussboden- bis Wandbelag: nicht essbar, aber soweit wie möglich ökologisch.
- Die Einkaufsphilosophie: Möglichst regional, Verzicht auf Flugware. .
Obst, Gemüse, Eier, Käse, Milch und Milchprodukte, das Brot und dessen Getreide, Nudeln, Honig, Wein, Sekt, Bier, Saft und Wasser und vieles mehr erhalten wir aus unserer- mehr oder weniger direkten- Nachbarschaft.
- Der Regionale Grosshandel erspart der Umwelt eine Menge sinnloser Transportmeilen.
Wir finden dennoch sinnvoll auch außerhalb der hiesigen Saison Bio-Produkte aus Südeuropa zu verkaufen. Siehe auch –> Italienreise 2012
Zum einen weil das winterliche Angebot rheinländischer Produkte manchmal sehr dürftig ist. Aber auch um nicht den Asket zu doktrinieren. Ausländische Bio-Früchte haben einen deutlich geringeren "ökologischen Rucksack" als konventionell erzeugte Regionale.
Allerdings Flugware werden Sie bei uns nicht finden. Zum Beispiel Bio-Trauben aus Südafrika: 4,3 liter Kerosin pro Kilo Trauben für umweltbewußte Verbraucher in den Industriestaaten? Neuseeländlische Äpfel? Das ist paradox.
Lassen Sie sich nicht verunsichern von Berichten, in denen globaler Transport als eine ökologisch einwandfreie Sache dargestellt wird (oder Bio-Produkte keine Vorteile gegenüber Konventionellen angedichtet werden); siehe unten. Nur unabhängige Institutionen (wie zB das Wuppertal-Institut) können neutral blickwinkeln.
Alles ist relativ, selbstverständlich; eine kritische Betrachtung der Hintergründe einer solchen Publikation (wer verdient daran?) ist für eine objektive Beurteilung unerlässlich.
Es wird zB gerne verglichen, dass ein Apfel aus der Region gleichviel Energie verbraucht wie ein Apfel aus Übersee, ohne die Details zu bewerten. Reines Quotenlament.
Wenn der Apfel nach 6 Monaten Lagerzeit aus dem gekühlten CO2- Lager kommt hat er einen ökologischen Rucksack auf sich geladen, der mit dem eines Schiffstransportes um die halbe Welt vergleichbar ist. Aber eben nicht die übrigen 10 Monate im Jahr. Weitere Aspekte sowieso ausser acht gelassen.
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Bio-Landbau als Lösungsansatz zum Klimaschutz
sollte stärker berücksichtigt werden. Denn der Bio-Landbau wirkt dem Klimawandel effektiv und nachweislich entgegen.
Die im ökologischen Landbau praktizierte Wirtschaftsweise bindet über hohe Humusgehalte in Böden in großem Maße CO2 aus der Luft.
Eine Untersuchung der Universität Graz ergab, dass das bisher ausgestoßene CO2 bis in 100 Jahren rückgebunden werden könnte, wenn weltweit ausschließlich Bioanbau betrieben würde. Darüber hinaus emittieren im ökologischen Anbau 60 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid bei der Erzeugung von Lebensmitteln als im konventionellen Anbau.
Die von der Universität Bonn ermittelten Messwerte zum Energieeinsatz in der Landwirtschaft (z.B. für Produktion, Transport und Ausbringung von Düngemitteln) sprechen eine deutliche Sprache: Der Biolandbau kommt durch seinen Verzicht auf mineralische Düngemittel mit jährlich insgesamt 6,6 GJ aus. Die konventionelle Landwirtschaft hingegen verbraucht mit ungefähr 20 GJ etwa dreimal mehr Energie- und produziert damit entsprechend mehr klimaschädigendes CO2.
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Bioerdbeere darf nicht fliegen
Britische Ökozertifizierer: Eingeflogenes Obst und Gemüse schadet dem Klima

Produkten, die per Luftfracht geliefert werden, soll in Großbritannien das Ökosiegel entzogen werden. Die Soil Association, jene Non-Profit-Organisation die für Kontrolle und Zertifikate der meisten dieser Produkte zuständig ist, argumentiert, dass Lebensmittel die eingeflogen werden, erheblich zur Erhöhung des Kohlendioxidausstoßes beitragen- und damit zum Treibhauseffekt.
Die Zahl der „food miles“, der Strecke die Lebensmittel zurückgelegt haben bis sie im Verkaufsregal liegen, hat sich in Großbritannien in dem Jahrzehnt bis 2002 um 15 Prozent erhöht. Seitdem stieg die Zahl um zwei Prozent im Jahr. Das sind 18 Millionen Tonnen Kohlendioxid per annum- 1,8 Prozent des gesamten britischen Kohlendioxidausstoßes.
Die Nachfrage nach Ökoprodukten in Großbritannien ist derzeit viel größer als das Angebot. Trotz erheblichen Zuwachses des britischen Ökosektors in den vergangenen fünf Jahren muss mehr als die Hälfte importiert werden. Darunter: Milch aus den Niederlanden, Rindfleisch aus Deutschland und Schweinefleisch aus Dänemark. Per Flugzeug kommen aber vor allem Beeren und andere Früchte.
Und eine 225-Gramm- Schale Erdbeeren aus Neuseeland verursache genauso viel CO2 wie elf durchschnittliche Autofahrten, um ein Kind zur Schule zu bringen, meint die Soil Association.
Die Soil Association räumt allerdings ein, dass das Thema vielschichtig sei. Direktor Robin Maynard sagte, man habe deshalb einen Konsultationsprozess mit Bio- Anbietern, einheimischen und ausländischen Biobauern sowie Dritte-Welt-Organisationen begonnen.
Kritik an der Idee kommt von der Hilfsorganisation Oxfam: Der Entzug des Siegels würde vielen Bauern in Afrika und Mittelamerika die Lebensgrundlage entziehen, da sie für Ökoprodukte einen höheren Preis erzielen.
Es sei unfair, wenn diese Bauern, die so gut wie gar kein Kohlendioxid produzieren, nun dafür büßen sollen, dass Großbritannien den CO2-Ausstoß reduzieren muss.
Der Entzug des Siegels sei nur eine Option, die man derzeit erwäge, beschwichtigt Maynard. Der Direktor fürchtet, dass die geplante Maßnahme unangenehme Folgen haben könnte- und viele Produzenten aus seinem Verband austreten. Deshalb wird auch darüber nachgedacht, Produkten erst ab einer bestimmten Zahl von Luftmeilen das Gütesiegel wegzunehmen oder die Lebensmittel mit Aufklebern zu versehen. Aus denen ginge dann hervor, wie viele Luftmeilen sie hinter sich haben.

Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel e.V., 2007
-> www.n-bnn.de
Nachtrag 2012: Die Idee ist vom Tisch...
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Bio-Sprit ?
Biosprit tanken und so das Klima schützen? Funktioniert nicht: Der moderne Treibstoff ist- trotz seines Namens- schädlicher als herkömmliches Benzin.
Das zeigt eine Studie des Forscherteams um den Nobelpreisträger Paul Crutzen. Die Öko-Bilanz von Rapsdiesel und Bio-Ethanol ist demnach noch viel schlechter als bislang angenommen. Grund ist die Düngung mit Stickstoff, einem echten Klimakiller. Umweltschützer kritisieren schon lange den Boom bei Rapsdiesel und Bioethanol.
Die Wissenschaftler fanden nun heraus, dass Biodiesel aus Raps bis zu 1,7 Mal schädlicher für das Klima sein kann als herkömmliches Benzin. Im besten Fall ist der Treibhaus-Effekt gleich groß.
„Biodiesel verschlimmert die Probleme, die seine Befürworter zu lösen vorgeben“, resümierte Dietrich Schulz, Agrarexperte im Umweltbundesamt, auf einer Herbsttagung des Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft.
Grund ist die Düngung mit Stickstoff, der teils als Lachgas (Distickstoffmonoxid) in die Atmosphäre gelangt. Der Stoff ist ein um den Faktor 300 stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.
Dabei klingt es eigentlich prima: Theoretisch könnten pflanzliche Energieträger zu Emissionsminderungen beitragen, da bei ihrer Verbrennung lediglich so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie die Pflanze für ihr Wachstum der Luft entzogen hat. Nur wird dieser positive, „klimaneutrale“ Effekt von den negativen Effekten mehr als wettgemacht.
Trotzdem planen viele Regierungen die Produktion von Biokraftstoffen drastisch zu steigern. Ex-US- Präsident George W. Bush setzte auf Ethanol, um sein Ziel zu erreichen, den Benzinverbrauch in seinem Land innerhalb 10 Jahren um 20 % zu senken.
In Europa sollen Biokraftstoffe bis 2020 einen Anteil von zehn Prozent am gesamten Benzin- und Dieselverbrauch haben.
Und Deutschland will mindestens 12 % schaffen. Derzeit (2008) sind es knapp 5 %.
Der Anbau von Pflanzen für die Erzeugung von Bioenergie lässt in Deutschland immer weniger Ackerland für Getreide übrig. Im vergangenen Jahr (2007) wurden auf 6,58 Millionen Hektar Ackerland Getreide angebaut. Das ist der niedrigste Stand seit 1995.
Starke Zuwächse verzeichnete hingegen vor allem der Anbau von Winterraps und Silomais. Aus Winterraps wird Bio-Diesel gewonnen. Silomais wird oft in Biogasanlagen vergoren, um daraus Energie zu gewinnen.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat bereits auf die gravierende Folgen für die Landwirtschaft durch den Biosprit-Boom hingewiesen. Auch die Weltbank hat vor kurzem auf die Auswirkungen für Entwicklungsländer gewarnt. „Nur wenige Biospritprogramme sind wirtschaftlich tragfähig, aber viele bergen soziale und ökologische Risiken“, heißt es in ihrem neuen Weltentwicklungsbericht.
Statt auf dem Teller landen Nahrungsmittel im Tank. So ist Mais heute 60 Prozent teurer als noch vor zwei Jahren. Darunter leiden vor allem die ärmsten Verbraucher in "Entwicklungsländern". Gleichzeitig können, mit Ausnahme von Brasilien, nur die wenigsten Entwicklungsländer selbst effizient Biosprit produzieren, weil sich die Herstellung nur im großen Maßstab und mit teuren Investitionen lohnt.
Ex-SPD-Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagt: „Das Recht auf Nahrung muss immer Vorrang haben vor der Spritproduktion“. Eine einzige Tankfüllung für einen Geländewagen kann einen Menschen ein Jahr lang ernähren.
BNN-EH Vorstand Harald Wurm plädiert dafür, nicht von Biosprit, sondern von Agrosprit zu sprechen- „Denn mit Öko hat das alles nichts zu tun.“

"Bio-Sprit ???"
Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel e.V., 2007 -> www.n-bnn.de
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Rinder können Klima belasten
Welternährungsorganisation: „Viehzucht heizt Globus auf“.
Das spricht für Bio: Die konventionelle Tierhaltung ist ein Klimakiller ersten Ranges.

„Was verursacht mehr Treibhausgasemissionen: Viehzucht oder Autofahren?" Diese Frage stellt sich die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)- und lässt sie in der Studie „Der lange Schatten des Viehs“ beantworten.
Demnach haben Rinder ein besonderes Problem: Sie rülpsen. Sie setzen bei der Verdauung Methangas frei. Das ist 23-mal so klimaschädlich wie der Klimaschadstoff Kohlendioxid.
Zudem entstehen aus Gülle Stickoxide, die sogar eine 296-mal so starke Wirkung haben.
Ganz nebenbei kommt noch Ammoniak hinzu, das für sauren Regen mit verantwortlich ist.
So belastet der globale Rinderbestand das Weltklima allein genauso stark wie alle Menschen Indiens, Japans und Deutschlands zusammen.
Wer zu den 1,5 Milliarden Rindern noch die 1,7 Milliarden Schafe und Ziegen sowie unzählige Schweine und Hühner auf der Welt hinzurechnet, kommt zu einem, wie die FAO sagt, „enormen Beitrag der Viehzucht am Treibhauseffekt“.
In Zahlen: 18 % der Treibhausgase gehen auf ihr Konto. Das ist mehr als der gesamte globale Verkehr in die Atmosphäre bläst und fast soviel wie die USA ausstoßen.
Dabei ist das Methan aus den Kuhmägen nicht allein für den Klimafrevel verantwortlich. In der Agrarindustrie fallen Bäume, um für Weideland Platz zu schaffen. Zudem wird immer mehr Land gerodet, um etwa Sojabohnen als Futtermittel anzupflanzen.
Die konventionellen Landwirte verfüttern ein Drittel der weltweiten Getreideernte an Tiere. Das Vieh verschlingt jedes Jahr 77 Millionen Tonnen Nahrung, die auch Menschen essen könnten. Die Fleischerzeugung liegt derweil nur bei 58 Millionen Tonnen. Ein Beitrag zur Ernährungssicherheit ist die Produktion von Superburgern nicht.
Henning Steinfeld, leitender Autor der Studie sagt:
„Die Viehwirtschaft gehört zu den Verursachern von einigen der schlimmsten Umweltprobleme“. Zu skrupelloser Brandrodung kommt die Überweidung; zu Überweidung die Erosion. Darüber hinaus verschmutzen konventionelle Agrarier Wasser mit Dünger und Ackergiften.
Ändern wird sich das en Gros nicht, schätzt die FAO. Im Gegenteil: Die Herden werden größer. Die globale Mittelklasse wächst- und hat Appetit auf mehr Fleisch, auf mehr Eier und mehr Milchprodukte.
Die Autoren der Studie rechnen vor, dass sich allein der Fleischkonsum von 229 Millionen Tonnen um die Jahrtausendwende auf 465 Millionen Tonnen im Jahr 2050 verdoppelt.
1,3 Milliarden Menschen verdienen derzeit ihren Lebensunterhalt mit der Viehzucht, darunter viele aus armen Ländern. Der Boom findet laut FAO dabei vor allem in der industriell organisierten Schweine- und Geflügelzucht statt.
Die Welternährungsorganisation warnt: „Die Umweltauswirkungen müssen pro Stück Vieh halbiert werden, wenn Schäden über das bisherige Niveau hinaus vermieden werden sollen“.
Der Präsident des neuseeländischen Bauernverbandes, Charlie Pedersen, vermutet hinter dem FAO- Report die Handschrift der Fleischfeinde: „Ich denke den Bericht hat ein Veganer geschrieben“. Dabei gibt die FAO keine Tipps wie „auf Burger der Fastfood- Ketten verzichten“. Niemand muss zum Vegetarier werden
Wer was fürs Klima tun will, sollte aber im Bioladen einkaufen. Der Ökolandbau stößt nur ein Drittel so viel Treibhausgase aus wie die konventionelle Landwirtschaft. Das hat die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft längst errechnet.
Grund: Ökohöfe haben keine Monokulturen. Auf ihren Äckern wachsen immer mehr Pflanzen, die Kohlendioxid binden. Ein anderer: Biobauern nutzen keinen mineralischen Kunstdünger und kaufen kein Kraftfutter zu. Beides frisst in der Herstellung viel Energie.
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Regionale Lebensmittel oft energieintensiver als "globale"
Regionale Lebensmittel in der Kritik: Globales Industrie-Food soll energiesparender als Essen aus der Region sein?
Regionale Lebensmittel sind oft energieintensiver als "globale": Das vermeldet nun Elmar Schlich, Professor am Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität, als neues Forschungsergebnis.
Die Aufmacher der Boulevardmedien vor Augen ("Esst Industrie-Food- der Umwelt zuliebe") denke ich: wer hat den denn bezahlt? Was nimmt der, bekomme ich da auch was von?
Doch das, was der ehrwürdige Professor in Wirklichkeit herausgefunden hat, ist nichts anderes als ein alter Hut und nicht mehr Wert als eine Milchmädchenrechnung. Natürlich verbraucht ein Großindustriebetrieb bezogen auf das jeweilige Produkt weniger Energie als ein Klein- oder Kleinstbetrieb. Logisch ist deshalb auch, dass ich zu Hause für das Brutzeln meines regional erzeugten Schnitzels mehr spezifische Energie verbrauche, als ein globaler Schnitzelkonzern, der täglich Millionen von Schnitzel brät. Woher das Schnitzel kommt, mit welchen sozialen und ökologischen Folgen, ob Kleinbauern ihr Land, Handwerker ihren Job durch die Produktionskette dieses Massenschnitzels verloren haben, spielt bei dieser Milchmädchenbetrachtungsweise freilich keine Rolle.
Dass es für diese Uralt-Erkenntnis, dass Regionale Klein- und Kleinstbetriebe energetisch nicht mit größeren Betrieben konkurrieren können, allerdings ein „Forschungsprojekt“ der Universität Gießen, finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gebraucht hat, das ist für mich die eigentliche Neuigkeit.
Sollte hier nur wieder mit wertvollen, knappen Forschungsgeldern den am globalisierten Nahrungsmittelmarkt profitierenden Konzernen nach dem Mund geredet und ein, der Großindustrie unliebsamer und den Umsatz schmälernder Qualitätsbegriff verunglimpft werden?
Wie es heißt, habe die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das „Wissenschaftsprojekt“ von Professor Schlich bereits mit der vorzeitigen Verlängerung des laufenden Projektes bis Ende 2004 belohnt. Nun würde erst mal die Energiebilanz von Qualitäts-Massenweinen aus Kalifornien, Chile oder Australien mit Weinen von unseren regionalen Mini-Weinbergen verglichen. Drei mal darf man raten, was dabei wohl herauskommen wird.
Quelle:idw-online.de / Kommentar: Norbert Suchanek und momo-raoul
inspiriert durch: -> bio100.de
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„Vorsicht bei Klimabilanzen“
Ökobilanzen, die Äpfeln aus Neuseeland die günstigsten CO2 Werte bescheinigen
Ein Interview mit Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des „Bundes ökologische Lebensmittelwirtschaft“, dem BÖLW.
Er führt den Naturland- Betrieb Hofgut Habitzheim, der in Südhessen liegt.
Das Interview führte der BNN, Bundesverband Naturkost

Bezweifeln Sie diese Studien?
Ich rate zur Vorsicht. Denn bislang gibt es keine verbindlichen Standards, wie solche Ökobilanzen von Lebensmitteln berechnet werden. Wie soll man da die verschiedenen Berechnungen vergleichen? Viel mehr ärgert mich aber, dass schon wieder alle auf ein einzelnes Kriterium starren, das Ganze aber aus dem Blick lassen.

Was meinen Sie?
Energieverbrauch und Treibhausgase sind wichtige Themen. Aber was ist mit der sozialen Funktion bäuerlicher Landwirtschaft, der Fähigkeit, uns mit Lebensmitteln selbst zu versorgen, dem Erhalt unserer Kulturlandschaft?

Doch die Klimastudien sind in der Welt. Wie lässt sich das Energiedilemma der kleineren Betriebe in den Griff bekommen?
Landwirtschaft muss sich mit der Klimarelevanz ihres Handelns auseinander setzen. Da geht es aber um sehr komplexe Fragestellungen. So setzt Tierhaltung im Ökolandbau weniger Kraftfutter ein, das energieaufwändig auf dem Acker oder gar in Übersee produziert wird.

Noch ein Beispiel?
Synthetischer Stickstoffdünger: Der geht doppelt auf das Klimakonto. Die Herstellung verursacht hohen Energieverbrauch und nach der Ausbringung wird Lachgas- ein sehr wirksames Treibhausgas- frei. Im Ökolandbau wird er nicht eingesetzt, in der konventionellen Landwirtschaft ist er zentrales Produktionsmittel.

Wie reagieren die heimischen Biobauern auf die Klimadebatte?
Wer in der Natur wirtschaftet ist vom Klimawandel besonders stark betroffen- schon deshalb ist für uns das Thema zentral. Wir wollen aber auch wissen, wie unser eigener Beitrag dazu ist und welche Handlungsalternativen es gibt. Wir widmen unsere BÖLW-Herbsttagung am 25.Oktober (2008) deshalb der Frage, was Ökolandbau im Klimaschutz bewirken kann.

Denken Ökobauern darüber nach, Treibhausgase zu kompensieren?
Was meinen Sie damit?

Man könnte den Ausstoß berechnen und den entsprechenden Betrag in Klimaschutzprojekte, wie Aufforstungen in Indonesien oder Brasilien, investieren.
Das ist doch am falschen Ende aufgezäumt! Viel wichtiger ist es, dass wir Bauern durch unsere Produktionsweise- und übrigens auch Verbraucher durch ihr Ernährungsverhalten- effizient mit Ressourcen umgehen. Das ist sinnvoller, als erst Soja zu verfüttern, für das Urwald gerodet wird und dann Ablässe zu erwerben!

Verkraften die deutschen Bauern die Bio- Konkurrenz aus dem Ausland?
Im Moment ist unser Problem eher, dass wir nicht genug selbst produzieren können. Schwierig ist es aber bei Produkten, die einen hohen Arbeitseinsatz erfordern und wo deshalb Lohnkostenunterschiede besonders stark durchschlagen.

Wo also genau?
Auf unserem Hof bauen wir Kräuter an, bei denen mit hohem Aufwand an Handarbeit das Unkraut gehackt werden muss. Weil das die Konkurrenz in Ägypten billiger kann, können wir nur bestehen, wenn wir die bessere Qualität liefern.

Was sollen Händler ihren Kunden raten, die regionales Gemüse aus Klimagründen argwöhnisch beäugen?
Erstens sollte jeder über sein persönliches CO2-Konto nachdenken. Per Fahrrad einkaufen spart mehr Treibhausgas, als der CO2-optimierte Apfel- und macht obendrein fit. Wer zweitens zum guten Apfel noch die Leistung des Ökolandbaus für Natur, Umwelt und Tierschutz, für sauberes Wasser und reine Luft haben möchte, der muss kaufen, was vor seiner Haustür wächst!

Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel e.V.-> www.n-bnn.de
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Beispielhaft: Die Langzeitlagerung der Äpfel
von Hof Augustin im "Alten Land" mittels regenerativer Energie

Was ist ökologischer: der Schiffstransport von der Südhalbkugel oder die Langzeitlagerung regionaler Äpfel?
Haben Sie es gelesen? Aktuellen (hier könnte einebeliebige Jahreszahl stehen) Presseberichten zufolge haben die weit gereisten Äpfel von der Südhalbkugel im Frühjahr eine günstigere Energiebilanz als regional erzeugte. Die Langzeitlagerung verbrauche mehr Energie als der Schiffstransport.
Im Fokus der öffentlichkeitswirksam aufbereiteten Information (wie zB von der BASF) steht jeweils die Menge der eingesetzten Energie, nicht aber deren Art und Umweltrelevanz.
Während die Transportschiffe grundsätzlich fossile Energieträger verbrennen, verwendet die Bio-Obst Augustin KG für die Langzeitlagerung regenerative Energien. Zudem wurden die Langzeitlager auf neueste, energiesparende Technik und mit Systemen zur Wärmerückgewinnung ausgerüstet.
Umweltbewusstsein, auch in Bezug auf die Energieverwendung, hat in den Familien Augustin und Quast eine lange Geschichte. Im Jahr 1993 wurden auf dem Demeter-Betrieb von Katrin Augustins Bruder Heinrich Quast die ersten Windräder Hamburgs in Betrieb genommen. Diese erzeugen auch heute noch Strom- und zwar mehr als alle fünf Zulieferbetriebe und die Bio-Obst Augustin zusammen jährlich verbrauchen. Dieses war Dierk Augustin nicht genug. Im Sommer 2008 wurde die gesamte Technik der Kühl- und Langzeitläger auf neueste, energiesparendste Technologie umgerüstet.
Zudem wird die Abwärme aus den Lagerräumen nun in einem Pufferspeicher aufgefangen und zur Beheizung der Wohn- und Gewerberäume eingesetzt. Wenn der Wärmebedarf sehr hoch ist, wird eine Holzhackschnitzelheizung zugeschaltet. Diese wird mit dem Holz der gerodeten Obstbäume gespeist. So konnten alle Gasheizungen entfernt werden und der Betrieb ist in Bezug auf den Wärmebedarf vollkommen autark. Die Anlage ist in dieser Form einzigartig und ein echtes Pionierprojekt.
Auch mit dem Einsatz energiesparendster Technologie bleibt der Bedarf an elektrischer Energie bei der Bio-Obst Augustin KG nicht unwesentlich. Zusätzlich zu der positiven Energiebilanz durch die Windräder möchte Dierk Augustin deshalb in diesem Bereich weiter investieren. Dafür soll nun ein Energiegutachten erstellt werden. Basierend auf den Verbrauchswerten und neuesten technischen Möglichkeiten, beispielsweise in der Photovoltaik, sollen dann weitere Entscheidungen getroffen werden. Bis dahin wird zusätzlich benötigter Strom als Ökostrom von Greenpeace Energy bezogen.

Text: O. Schädlich, AugustinYork 2009

-> zum Obsthof Augustin
-> die ersten Windräder Hamburgs


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