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Momo 2018

50 Jahre nach 1968

 

Momo feiert ihren 35sten, das ereignisreiche 1968 seinen 50sten Geburtstag. Jenem Zeitgeist entsprang, auf der Suche nach Wegen gegen Industrialisierung, Monopolisierung und Materialismus, auch die Naturkost- und Umweltbewegung.

 

Bio heute ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, mit immerhin etwa 5% des Lebensmittelumsatzes in Deutschland.

 

Doch inzwischen sind es die konventionellen Ketten die vom einstigen Nischenprodukt mehr verkaufen als die Fachgeschäfte, die Bioläden.

Natürlich ist es super wenn mehr Bio gekauft wird. Das bedeutet weniger Chemie auf den Feldern, weniger Tierqual, weniger Nitrate im Trinkwasser. Mehr Lebensqualität.

Bei näherer Betrachtung jedoch ist Skepsis berechtigt. Bio-Mono-kulturen, Bio-Gentechnik, Bio-Preisdiktat, Bio-Ausbeutung- das ist nicht im Sinne des Erfinders.

 

Momo 2001- Alter LadenManche Großen der Branche- und auch jene die nur behaupten, der Branche anzugehören und sowieso und schon immer nichts anderes als gesunde Lebensmittel für glückliche Menschen in einer intakten Umwelt im Schilde führten- arbeiten mit identischen Methoden jener Lebensmittelindustrie, die sich in den letzten Jahrzehnten als kompromisslos profitorientiert und ethikfrei outete.

Hier reduziert sich Bio-Handel darauf, dass sich sesselfurzende Vorstandsmitglieder gegenseitig den Reibach in steuerfreie Paradiese schieben.

Reibach im Sinne von zu Unrecht erworbenen Gewinns, zu Unrecht im Sinne von ausbeuterisch.

 

Auch so manche old-school-Bio-Marken sind inzwischen mehr Schein statt Sein.

Inhaber sind längst nicht mehr die Pioniere, die einst in der Badewanne Sprossen zogen oder in der Speissbütt' Müsli mischten.

Es sind Supply Chain Manager die die Produktion outsourcten um durch die Wahl der worldwide cheapest-human-recources den Cashflow zu optimieren und den Venture-Capitalists mit einer win-win-Perspektive und maximalen Dividenden weitere Investments propagieren.

 

Gegen Kurzsichtigkeit und Gier gibt es keine Siegel, auch kein europa-weites Biosiegel.

 

Denn der gewinn-maximierungsorientierte Handel schert sich nicht um Qualitäten, Regionalitäten, Diversitäten, Sensibilitäten. Es muss auf riesigen Flächen genormte Ware auf Termin zu ruinösen Preisen bereit stehen.

Irgendjemand wird derart Bio produzieren; regional, national, international, scheissegal.

 

Haben wir 35 Jahre lang Mist gebaut?

 

Hauptsache Bio, Hauptsache Umsatz- oder was? Klares Nein.

 

Momo 2001- Alter LadenEs gibt sie. Es gibt eine wachsende Zahl Unternehmer, denen anderes als der höchstmögliche Ertrag mit dem geringstmöglichen Aufwand wichtig ist.

Dank der vielen Millionen Euro Umsatz haben diese Idealismus-Kapitalisten eine effektive, wachsende Marktmacht.

 

Alternativer Handel ist weit mehr als Bio-Anbau. Wir tragen soziale und ökologische Verantwortung. Praktizieren fairen Umgang mit Mitarbeitern, respektvolles Begegnen der Handelspartner auf Augenhöhe, Ressourcen schonenden, vor allem regionalen Handel, vermeiden unnütze Transporte und wählen die ökologischste Verpackung.

 

Die beste Chance bei Momo ins Sortiment aufgenommen zu werden haben reine Bio-Produzenten deren Vertriebswege sich auf den Fachhandel beschränken.

Es ist nicht glaubwürdig wenn ein Hersteller auch konventionell produziert und es ist ein Orientierungsverlust wenn Bio-Produkte über konventionelle Handelsstrukturen vermarktet werden, also im konventionellen Einzelhandel oder über Onlinedienste welche sich um andere Aspekte als den Ertrag wenig Gedanken machen.

 

Die deutlich meisten Produkte die Ihr bei Momo findet entsprechen in etwa diesen Kriterien.

Ohne Kompromissbereitschaft wären die Regale deutlich weniger gefüllt. Doch tun wir uns bei manchen Marken nicht schwer, sie auszulisten; bei anderen braucht es Zeit um seriösen Ersatz zu finden.

Authentische Marken fördern wir durch perfekte Regalplatzierung, durch Beratung, Verkostungen und auch Sonderpreise.

 

Momo 2001- Alter LadenDer Mehrwert durch sozialen und ethischen und ökologischen Handel war, ist und wird stets das Ziel von Momo sein.

Damit wir auch morgen noch schamlos in den Spiegel schauen können.

 

Dazu bedarf es vor allem Menschen wie Dich, die unseren nicht unerheblichen Aufwand zu schätzen wissen.

Danke dafür.

Auf die nächsten 35 !

 

 

Ein reichhaltiges 2018 wünschen Euch die Momos !

 

rheinisch-ökologisch: momo-raoul im November 2017
 
Fotos v.o.n.u.: Alter Laden 2001 / neuer Laden ca. 1950 und neuer Laden 2014
 
 

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letzte Änderung:
Mo., 23.04.2018