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Dosen und Tuben-Beschichtung mit Epoxidharzen,
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–> Schrot & Korn zu PET
 
Wikipedia:
–> Wikipedia zu PET
–> Wikipedia zu Bisphenol
–> Wikis Verpackungsseite
–> Wikis Bio-Kunststoffe-Seite
 
schön Abfall trennen... schön ordentlich...
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Bio-Verpackung

Ex & Hopp - Müll, Macht, Moneten

 

Welche Verpackung ist die Beste?

Weniger Verpackung, weniger "ökologischer Rucksack". Die Problematik ist aber vielfältiger als auf den ersten Blick erkennbar. Also leichter gesagt als getan.

–> Worum geht es?

–> Prioritäten

–> Die Branche

–> Die eigene Nase

–> Verpackungs-ABC

–> Abschweif und Gelbe Säcke

 

Worum geht es?
Verpackungsmaterial kostet Energie, Ressourcen, Wasser und trägt damit seinen Teil zum ökologischen Desaster bei.
Verpackungen enthalten Schadstoffe die in der Umwelt, in Lebensmitteln und schliesslich in uns Menschen landen.
 
Eigentlich dürfen Stoffe aus Verpackungen gar nicht auf Lebensmittel übergehen. Es sei denn, das ist technisch unvermeidbar und für Gesundheit, Geruch und Geschmack unbedenklich, so die Theorie des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz.
 
Solche Übergänge finden statt, dafür gibt`s dann die Grenzwerte.
Grenzwerte entbehren eines Nachweises über ihre langfristige Wirkung im Kleinen.
 
Ein Lebensmittelchemiker muss vorher wissen wonach er suchen soll. Ein Stoff der nicht gesucht wird bleibt unentdeckt. Über Wechselwirkungen, Abbau- und Umwandlungsprodukte gibt es nur wenig Kenntnisse.
 
Die optimale Verpackung kostet also wenig Energie und gibt keine Stoffe an das Produkt ab.
 
Sinn machen Verpackungen meistens durchaus. Ihre Funktion ist Warentransport, -Verteilung und -Lagerung. Insbesonders von Lebensmitteln. Sie schützt die Produkte vor Verderb oder macht den Verkauf überhaupt erst möglich, zB bei Getränken.
Nicht zuletzt ist sie Informationsträger, beeinflusst die Akzeptanz beim Verbraucher, transportiert ein Image, präsentiert den Inhalt.
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Prioritäten
BananeAls Vorbild für die optimale Verpackung gilt eine alte Bekannte- die Banane: Die gelbe Frucht wird von einer stabilen Schale geschützt, ist transportsicher, läßt sich wegen der Aufreißstruktur ihrer Hülle ebenso leicht öffnen wie hygienisch verspeisen und der Abfall bereitet, weil biologisch abbaubar, kaum Entsorgungsprobleme.
Darum entwickelt man "eßbare" Verpackungen aus Stärke. Eßbar bedeutet in diesem Falle nicht, daß die Verpackung mit verspeist werden soll, sondern dass sie biologisch abbaubar ist, also langfristig verrottet. Aber das ist leider auch nicht das Ende der Fahnenstange.
 
Mehrweg ist eine Möglichkeit um weniger Ressourcen zu verbraten.
Je nach gefälschter Statistik mag das zwielichtig erscheinen, der Aufwand für den Transport fällt schwer ins Gewicht. Die Fahrzeuge können weniger Menge laden, müssen also öfter fahren und verbrauchen dabei auch noch mehr Sprit, womit der Vermarktungs-Radius eine grosse Rolle spielt.
Tatsächlich ist dies aber nicht so relevant wie der Aufwand durch Herstellung und Entsorgung von zB Getränketüten. Wenn diese zudem nicht Hunderte Kilometer unnötig durch die Nation gekarrt werden steigert dies den ökologischen Vorteil von Mehrweg gegenüber Ex-und-Hopp.
 
Nach einer Anlieferung durch unseren Hauptlieferanten nimmt dieser Ware bei regionalen Landwirten auf. Man beachtet dabei, dass nur so viel Leergut zugeladen wird, wie auch Platz zur Verfügung steht. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit die sich aber gross hochrechnet. Und das Engagement widerspiegelt.
Das meiste Obst & Gemüse (und damit machen wir ein Drittel unseres Umsatzes) erhalten wir in Pfandkisten. Auch hinter den Kulissen bemühen wir uns um Mehrweg statt Einweg, damit stehen wir auch nicht allein da. Selbst Ware aus Südeuropa erhalten wir schon teilweise in Pfandkisten.

 

Der Aufwand durch Mehrweg bei uns im Laden ist riesig. Die Pfandannahmestelle ist betriebswirtschaftlich verlorene Zone, der Lagerplatz hinter den Kulissen ist enorm und stünde in keiner Relation zu einer weiteren Tonne. Ganz zu schweigen von dem Arbeitsaufwand des Sortierens, Zählens, Verwaltens von Rechnung und Gutschrift, das sind ganze Prozente Schwund bzw Aufwand.
Nichts desto trotz fördern wir Mehrweg vor Einweg. Eine Kalkulation von Pfandartikeln berücksichtigt diesen Aufwand nicht, sogar im Gegenteil, wir versuchen den Anreiz zu Mehrweg zu schaffen.
 
Durch die gravierende Verteuerung von Milch in Pfandflaschen gegenüber Elopaks haben wir in 2012 die Preise bei Milch nicht mehr identisch gestaltet, sondern die Pfandartikel verteuern müssen. Mit der Konsequenz dass der Anteil der Pfandflaschen deutlich gesunken ist. Ausser im Lieferdienst, hier überwiegt der Flaschenanteil deutlich. Der Mensch ist von Natur aus faul.
Wir überprüfen die Kalkulation regelmäßig. Allerdings machen 10 Cent bei Milch für Momo aufs Jahr gerechnet viele Tausend Euro aus, denn wir verkaufen jede Woche viele Tausend Liter Milch. Das will also gut kalkuliert sein.
Lose Milch war tatsächlich in den 1990er Jahren ein Versuch, das Verpackungsaufkommen zu reduzieren. Ein schmaler Kühlschrank bot bei Momo Milch zur Selbstabfüllung an, die Flaschen brachten die Kunden selbst mit.
Zwar war der 20-Liter-Sack Milch aus Plastik ökologischer als 20 einzelne Flaschen oder Tüten. Wäre da nicht das Hygiene-Problem gewesen, die Milch war kaum haltbar, vor allem weil die Flaschen nicht steril sein konnten.

 

MüllIm übrigen bevorzugen wir Glas oder Papier vor Metall oder Plastik.
Ein plastikfreier Betrieb jedoch ist völlig illusorisch, das kann sich jeder abschminken. Wohin das Auge schweift, wie sonst sollen Tausende Artikel unters Volk gebracht werden? Das richtige Material für jeden Zweck, global hochgerechnet ein Graus, aber Realität.
Manches Produkt finden Sie nicht bei Momo, PET zum Beispiel. Doch oft stehen keine Alternativen zur Wahl, die Kundschaft zur Konkurrenz zu schicken ist keine geschickte Lösung. Tagtäglich bemühen wir uns um eine konsequente, wenn auch niemals kompromisslose Verpackung.
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Die Branche
Bio-Anbau und -Vermarktung bedeuten nicht automatisch dass das Augenmerk auch bei Verpackungen auf Ökologie zielt. Glaubwürdig ist das nicht. Doch die Branche ist nicht untätig.
Ein "Verpackungsleitfaden" für Unternehmen erschien 2011. Hier wurden unabhängig, lobbyfrei Bewertungen verschiedener Verpackungen vorgenommen um authentischen Herstellern die Wahl zu erleichtern (siehe Link in der Spalte rechts-oben).
Seit Jahren beschäftigt sich der Bundesverband Naturkost (–> BNN) in Fachtagungen mit dem Thema.
Wir Momos sind zwar Einzelhändler und damit das fast letzte Glied in einer langen Kette, doch nicht untätig was eine Bewertung oder auch Zensur betrifft. Das kostet Zeit & Energie, gehört aber zu unserem Anspruch an ein möglichst umfassend ökologisches Sortiment.
Der Zwischenstand unserer Erkenntnis ist, dass es nicht sinnvoll ist eine Verpackung aufgrund seines Materials zu beurteilen. Vielmehr ist es notwendig, die Verpackung im Zusammenhang mit ihrer Funktionen zu bewerten, wobei der Einfluss auf die Haltbarkeit des Produktes weit oben steht.
Durch die Fernsehbilder der "Plastikinseln" auf hoher See sind viele VerbraucherInnen sensibler geworden, das ist auch gut so; blinder Aktionismus ist aber falsch am Platz, den gab es schon zu den Anfängen der "eßbaren" Verpackungen, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Siehe unten, Verpackungs–ABC –> Stärke sowie die –> Studie zu Biokunststoffen.
 
Die eigene Nase
An die muss sich jede und jeder VerbraucherIn selber packen. Wir machen nur die Vorarbeit.
Den persönlichen Umgang mit- vor allem Erdölprodukten- selbstkritisch unter die Lupe nehmen. Papier statt Plastik fürs Gemüse, Jute- und Baumwolltaschen statt Wegwerfbeutel, Tupperdöschen für Käse und Wurst, Pfandartikel statt Tetrapaks, das macht den Kohl schon fett, ist zwar nicht die ultimative Lösung für unsere Gesellschaft, doch Veränderungen beginnen immer im Kleinen und vor allem bei Dir selber.
Die folgende Liste mag dabei helfen.
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Verpackungs- ABC

Altglas

Einwegverpackungen gehen, wie der Name schon sagt, nur einmal den Weg vom Hersteller über den Abfüller bis über den Ladentisch. Nur etwa 50 Prozent der Einwegflaschen kommen über die Glascontainer zurück an die Glashütte. Der Rest wandert mitsamt den Etiketten und Verschlüssen im Restabfall und damit auf Deponien oder in der Müllverbrennung.
Altglas wird mit hohem Energieaufwand eingeschmolzen um als neue Flaschen wieder befüllt werden zu können.
Auf einen Liter Getränk sparen Mehrweg-Glasflaschen (bei 50 Umläufen) über 90 Prozent der Abfallmenge und benötigen 6 mal weniger Energie als eine Einwegflasche. Rund 99 Prozent der Mehrwegflaschen kehren zum Abfüller zurück.
Aluminium

ist, trotz guter Lobby-PR, nicht wiederverwertbar. Anders verwertbar mag teilweise zutreffen. Dünne Folien verglühen bei der Schmelze oder bringen nur ein 2te-Wahl-Alu zu Tage (für weitere Parkbänke, siehe unten). Aluminium ist die mit Abstand am wenigsten ökologische Verpackungsart, extreme Energiekosten als auch Umweltschweinereien höchsten Grades entstehen bei Abbau und Herstellung. Zudem gesundheitlich fragwürdig, es ist inzwischen nachgewiesen dass Aluminium bei Alzheimer eine Rolle spielt.
Dosen

siehe Weissblechdosen

Käsefolie

Käse darf nicht austrocknen und nicht schimmeln. Fetthaltige Produkte nehmen Stoffe aus der Umgebung besonders gut auf, Weichmacher wären kurzfristig im Käse vorzufinden.
Folie bei Momo gibt es zweierlei.

Die eine ist aus PE (siehe unten), ohne Weichmacher, mit Kalkeinschlüssen versehen, diese hemmen unerwünschte Schimmelbildung auf natürliche Weise. Diese Folie ist aber nicht durchsichtig, eine Katze im Sack können wir nicht in der Käsetheke präsentieren. Aber wir garantieren dass unsere transparente PE-Folie nicht diffudiert, also keine Stoffe an das Produkt abgibt. Frei von Weichmachern wie zB Bisphenol-A ist.
Übrigens wie unsere Kassenbons auch.
Die Erwartung an eine solche Folie, wie auch bei Einkaufstüten, ist keine langlebige; also wären Weichmacher oder Stabilisatoren auch nicht nötig. Und obwohl sie die Folie unnötig verteuern würde kann man davon ausgehen, dass diese Stoffe in einer Vielzahl von Folien vorzufinden sind.
Mehrweg

ist die beste Lösung. Müllvermeidung steht vor Verwertung.
Müllberge werden verringert, Ressourcen geschont, weniger Schadstoffe in die Luft geblasen und ins Wasser geleitet.
Es lebt nur vom Mitmachen, auf allen Ebenen.
Fast 3/4 aller Getränke werden in Mehrwegsystemen angeboten. Eine Mehrwegflasche die gerade mal 4–5 Umläufe schafft, bringt für die Umwelt keinen Vorteil. Mineralwasser wird durchschnittlich 50 mal wiederbefüllt bevor die Flasche in die Altglasverwertung kommt.
Lediglich ein Prozent der Flaschen geht aus dem Kreislauf verloren, meist beim Verbraucher durch Bruch, ebenfalls ein Prozent wird vom Abfüller aussortiert wegen Überalterung der Flaschen.

Studie des Umweltbundesamtes (1995) zur Ökobilanz von Getränkeverpackungen
Bei Bierverpackungen: Die Mehrwegflasche ist den drei Einweg-Verpackungen (der Weißblechdose, der Aluminiumdose und der Einwegflasche) deutlich überlegen, selbst als man in den Berechnungen die Annahmen zu Ungunsten der Mehrwegflasche veränderte.
Bei Frischmilch: Die Mehrwegflasche schneidet im Öko-Vergleich erkennbar besser ab als der Einwegkarton. Zwischen der Mehrwegflasche und dem Schlauchbeutel aus Kunststoff gibt es ein Patt. Je weiter die Transportentfernungen sind, desto geringer wird die Überlegenheit der Mehrwegflasche gegenüber dem Karton.

Papier

hat ein gutes Öko-Image. 20% des weltweit eingeschlagenen Holzes wird zu Papier verarbeitet, womit der negativste Aspekt schon beleuchtet ist.
Wasserverbrauch und Schadstoffemissionen bei der Herstellung halten sich in Grenzen, wenn das Papier in Deutschland hergestellt wird, hierzulande gelten die weltweit strengsten Regelungen zum Abwasser.
Papier aus Altpapier kann mit Schadstoffen aus Druckfarben belastet sein, ist also als Tüte für den Transport in Ordnung, aus gesundheitlicher Perspektive, nicht aber für langfristigere Lagerung.

PE, Polyethylen

Plastik hat ein schlechtes Image, was in Bezug auf die Ursprungssubstanz, Erdöl, sicher berechtigt ist; aber PE wird ohne weitere Umweltbelastung hergestellt. PE verrottet irgendwann, wird es verbrannt tut es dies schadstofffrei. Jedenfalls wenn keine Stabilisatoren o.a. eingebaut wurden.

PP, Polypropylen

ist unsere zweite Wahl bei Plastikverpackungen. Im Gegensatz zu PE ist PP härter, deshalb für stabile Verpackungen tauglich, z.B. bei Oliven- und Joghurtbechern, dafür aber von der Umweltbilanz nicht ganz so astrein.
"Lebensmittelecht" ist die Bezeichnung für PE oder PP ohne weitere Zusätze wie Weichmacher oder Stabilisatoren. Unser Käsepapier zB ist ein solches PE, das keine Stoffe an das Produkt abgibt. Das belegen zudem regelmässige Analysen unserer Hersteller.

PET

PET - Flaschen emittieren Schadstoffe. Selbst in säurearmem Wasser sind nach relativ kurzer Zeit Spuren nachweisbar. PET finden Sie bei Momo nicht.
Als Alternative dienen unsere Flaschen Marke –> Isybe (Bisphenol-frei) oder –> Emil (Glas).

PVC

gibt Stoffe in die Produkte ab, insbesonders bei fetthaltigen und sauren Produkten wie Milch, Öl oder Saft.
PVC, Vinylchlorid, kann beim Menschen Krebs erzeugen und wirkt erbgutverändernd. Auch andere Ausgangsstoffe der PVC-Herstellung sind bedenklich. Die enthaltenen Weichmacher gelangen über Atem, Speichel oder Hautkontakt in unsere Körper. Mit allen gesundheitlichen Konsequenzen die aufzuzählen einen längeren Atem benötigte.

Auch im Biobereich gibt es PVC-haltige Beschichtungen, in Deckeln von Gläsern und Flaschen. Der Deckel ist meistens nur am Rand beschichtet um eine Emission (v.a. Weichmacher) in das Produkt zu vermeiden, was auch meist funktioniert, wie Analysen belegen. Alternativen werden kommen...
Leider betrifft das auch meine heilige Plattensammlung, die "Vinyls"...

Übrigens: Fast kein PVC bei Momo. Unser Fussboden ist pvc-frei und aus Kautschuk, unsere Wandfarbe pvc-frei und mineralisch. Ganz ohne PVC geht es tatsächlich nicht, in irgendeiner Kleinigkeit findet es sich bestimmt, vor allem im technischen Kram. Aber im Grossen sind wir pvc-freie Zone.

Stärke

Macht es Sinn, Essen zu Tragetaschen zu verarbeiten? Tüten aus Stärke aus genetisch manipuliertem Monsanto-BT-Mais aus Sklavenanbau auf gerodetem Urwaldgebiet in 10000 Kilometern Entfernung?
Zudem freut sich kein Kompostierwerk über diese Dinger, denn deren Rottezeit ist deutlich länger als die des organischen Abfalls; es muss mühsam herausgefischt werden.
Tetras

oder Elopaks sind nicht clever. Ein Recycling ist nicht möglich. Säurehaltige Produkte (Orangensaft zB) absorbieren Stoffe aus der Verpackung, die Produkte schmecken auch anders als im Glas.

Unser Sortiment beschränkt sich auf wenige Artikel. Das geringere Gewicht ist das häufigste Pro-Argument.

Alternativen sind: Wir liefern, dann müssen Sie nix tragen.

Tuben & Weissblechdosen

sind energetisch nicht dramatisch; das Problem ist, dass sich Stoffe aus der Beschichtung in den Dosen lösen, je nach Säuregehalt des Produkts schneller oder langsamer. Siehe unten: –> Dosen von Rapunzel (Bohnen- und Tomatenprodukte).
"Dosenfutter" a priori als degenerative Form der Nahrungsmittelkonservierung zu betrachten ist mE alt-ökologisch, Glasverpackungen haben bei Momo den Vorzug, an Dosen und Tuben kommen wir aber nicht vorbei.

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Abschweif und Gelbe Säcke

In den 1980er-Jahren gab es viele Produkte nur in Grossgebinden. Einige davon boten wir "lose" an, Getreide, Müslizutaten, Tee, platzraubend aber schön anzusehen in Säcken, Tonnen und Körben.
Weitere Produkte mischten und/oder füllten wir selber ab, ein im Einzelhandel nahezu ausgestorbener Arbeitsbereich, damals war das ein ganzer Arbeitsplatz bei Momo.
Handgeschriebene Etiketten, später kopierte, ab Mitte der 1990er-Jahre wurden die Etiketten auf einem Mac-Centris erstellt. Für Tee, Kräuter und Gewürze, Getreide, Flocken und Müsli, Nüsschen und Trockenfrüchte, selbst Honig füllten wir selbst ab, aus 60-Kilo-schweren Bottichen.
Neben Papier- und Zellglastüten gab es bald das "Momo-Pfandglas", wir kauften die Restbestände einer Molkerei auf und mieteten eine Garage um die Gläser zu lagern. Mit einer Spülmaschine gab es bald viele hundert Produkte mit dem Momo-Logo.
Relikte aus dieser Zeit sind das Momo-Müsli und unser Frühstückstee, die wir heute noch führen.

 

"Arbeitsgemeinschaft für Abfallvermeidung" nannte sich ein Pool für Gläser in allen Größen, die von den Naturkostherstellern mit Aufstrichen, Honigen, Suppen und Eingelegtem befüllt wurden. Die Gläser wurden seitens der Abfüller geordert; über Hersteller oder Grosshandel gelangten sie in den Handel, von den VerbraucherInnen wieder im Laden zurückgegeben wanderten sie zu einer der drei Spülstellen (Nord- und Süddeutschland sowie hier in Hennef-Eitorf), um von dort den Kreislauf erneut zu beginnen. Vorbildlich. Im Zuge der Professionalisierung von Naturkost setzten manche "Grossen" der Branche falsche Prioritäten wodurch das Projekt scheiterte. Abgrenzung zur Konkurrenz, Existenssicherung, Marken-Wiedererkennung spielten eine grössere Rolle als Verpackungsoptimierung im Sinne der Umwelt.

 

Ähnlichen Strukturen soll es in der ehemaligen DDR gegeben haben, es gab nur wenige Glasgrössen und Sammelstellen an jeder Strassenecke.

MüllLeider war der Kohl-Regierung das Duale System einträglicher...- der Grüne Punkt und die Gelbe Tonne wurden entdeckt. Wundern Sie sich nicht wenn Sie bei Ihrem nächsten Urlaubsbad neben exportiertem Müll ökologisch bewußter VerbraucherInnen der westlichen Industrienationen schwimmen. Glauben Sie nicht, wenn Sie grüne Punkte sammeln und gelbe Säcke füllen, etwas für unsere Umwelt tun. Parkbänke haben wir schon genug (obwohl, wenn die soziale Schräglage so weiter wächst...).

 

Müll ist Müll, exportiert wird der Kram oder "thermisch verwertet", was nichts anderes bedeutet als dass der ganze Mist verbrannt wird. Wie der andere Müll auch. Aber vorher sortiert und gereinigt. Sie tun damit lediglich etwas gegen die Überfüllung Ihrer Mülltonne, und müssen so nicht vielfach für deren Entsorgung bezahlen.

Mit der Einführung des "Dualen Systems" (was ist daran dual? Richtig, die Kosten und die Vorstandsgehälter!) stieg der Wasserverbrauch in der BRD um `zig Prozent, deutsche Gründlichkeit. Der Müll wird also auch noch mit aufwendig geklärtem Trinkwasser gereinigt, bevor er in die Müllverbrennung kommt. Und dort muss, wegen eben jener Gründlichkeit, Öl hinzugegeben werden, weil im Restmüll zu wenig Brennbares ist...

 

Rapunzel zu Bisphenol A:

>> Bisphenol A (BPA) in Konservendosen / Juni 2013

Liebe Kundinnen und Kunden,

bezüglich der Frage, ob in Konservendosen die Substanz Bisphenol A (BPA) enthalten ist, beschäftigte sich Ende 2012 auch die Verbraucherzentrale Bayern. Die Rückmeldungen der befragten Lebensmittelhersteller an die Verbraucherzentrale Bayern zeigen, dass die Dosen der angefragten Produkte bei allen Herstellern BPA enthalten.
Auch die Lieferanten von Rapunzel verwenden derzeit für die Doseninnenbeschichtungen noch BPA. Die Substanz ist ausschließlich in Konservendosen und der Tube des Tomatenmarks in geringen Spuren enthalten.
Jedoch ist Rapunzel bemüht eine entsprechende Alternative zu finden.
BPA-freie Beschichtungen sind momentan bei den Dosenherstellern noch in der Testphase, es existieren noch keine praxisreifen Alternativen.
Bisphenol A ist eine Rohstoffkomponente von Epoxidharzen. Epoxidharze werden für die Herstellung der Innenbeschichtung bei Konservendosen verwendet. Sie sind bei guter Herstellungspraxis nahezu vollständig in der Innenbeschichtung gebunden. Nur kleinste Mengen können in den Konserveninhalt übergehen.
Die Innenbeschichtung wird benötigt, damit die Blechdose nicht korrodiert und dadurch keine Metalle in das Lebensmittel übergehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet BPA als eine Substanz, der eine hormonähnliche (u.a. östrogenartige) Wirkung zugeschrieben werden kann. Gesundheitliche Schäden im Bezug auf diese Chemikalie sind bisher beim Menschen jedoch nicht nachgewiesen worden. Die Substanz wird im menschlichen Körper schnell verstoffwechselt und über die Nieren ausgeschieden, so dass diese keine östrogene Auswirkung auf den Körper hat. (Quelle: Aktualisierte FAQ des BfR vom 23. Mai 2012)
Laut der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) liegt der Grenzwert für die tägliche Aufnahmemenge für BPA bei 0,05 mg pro Kilogramm Körpergewicht und beinhaltet einen Sicherheitsfaktor von 100. Dieser Grenzwert wird bei Rapunzel selbstverständlich eingehalten.
Wir hoffen, dass wir Sie durch unsere detaillierte Information bezüglich Bisphenol A in Konservendosen ausreichend informieren konnten.
Ihr Rapunzel-Team

 

Anmerkung Momo: Zwar hat das BfR eine Unbedenklichkeit ausgeschrieben, andere Behörden sehen das nicht so. Siehe auch: –>  Wikipedia über Bisphenol A

 

Studie zu Bioplastik / Oktober 2012
Aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte, biologisch abbaubare Kunststoffe haben gegenüber herkömmlichen Verpackungen keine ökologischen Vorteile.
Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Untersuchung des Umweltbundesamtes.
Das spricht nicht gegen biologisch abbaubarer Verpackungen, sondern nur gegen die Bewerbung als besonders umweltfreundlich.

Weniger CO2– mehr Feinstaub
Im Rahmen der Untersuchung hatte das IFEU-Institut 85 Ökobilanzen, Studien und Fachartikel ausgewertet. Zwar schnitten darin die Biokunststoffverpackungen bei den Treibhausgasemissionen und beim fossilen Ressourcenverbrauch deutlich besser ab. Klare Nachteile ergaben sich bei anderen Umweltindikatoren wie der Versauerung von Böden, überdüngten Gewässern und Feinstaubemissionen.
Den Landverbrauch (Tüte statt Teller) bewertete die Untersuchung angesichts der geringen Mengen an Bioplastik vorerst noch als unproblematisch.
Insgesamt stuft das IFEU beide Verpackungsarten als gleichwertig ein, sowohl bei Folien als auch bei formfesten Verpackungen wie Einwegbechern. Allerdings schreibt das IFEU auch, es sei klar erkennbar, dass sich die Umweltwirkungsprofile vieler Biokunststoffe stark verbessert haben und weiterhin beträchtliche Optimierungspotenziale bestehen.

Mehrere Bio-Hersteller nutzen biologisch abbaubare Verpackungen. Für eine solche Umstellung spricht, dass die Klimaerwärmung und das absehbare Ende fossiler Ressourcen besonders gravierende Umweltprobleme darstellen. Vorteile in diesem Bereich kann man deshalb mit gutem Grund stärker werten als erhöhte Feinstaubemissionen.

Der häufig für Folien eingesetzte Biokunststoff PLA wird zu einem großen Teil in den USA hergestellt– aus gentechnisch manipuliertem Mais.

Zur Entsorgung der Biokunststoffe heißt es in der Studie, dass deren Kompostierung keine pflanzenverfügbaren Nährstoffe und auch keinen Beitrag zum Aufbau von Bodenstruktur liefere. Deshalb sei sie als reine Entsorgung anzusehen. Aus Sicht der Ökobilanz wäre eine Verbrennung sinnvoller, da dadurch wenigstens Energie gewonnen würde. Weder die Betreiber von Kompostanlagen noch die Recycler herkömmlicher Kunststoffe wollen Bioplastik in ihren Abfällen, da es den Betrieb der  Anlagen stört. Deshalb schreibt auch das Umweltbundesamt in seinen FAQ: Bioplastik soll in die Restmülltonne und wird verbrannt.
 
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