momomaus


bella Italia

Der Text -> Italienreise (pdf)
Zur –> Galerie Italien

Die wunderbaren Reiseziele waren vor allem:

Azienda Di Lauro,
Azienda die Lauro
Familienbetrieb in Ascoli Satriano
50 Hektar, 370m ü.M
Brokkoli, Blumenkohl, Staudensellerie
Bio-Hof seit 2005, Naturland-Zertifizierung angestrebt
–> Steckbrief Di Lauro (pdf)

Biosybaris,
Biosybaris
Genossenschaft (80 Gesellschafter ), 600 Hektar Zitrusfrüchte in der Sybarisebene, Kalabrien
seit 1996 kontr. biolog. Anbau, jetzt Naturland + tlw. Demeter
–> Steckbrief Biosybaris (pdf)

L`arcobaleno (‚Regenbogen’),
l`Arcobaleno, der Regenbogen
Erzeugergemeinschaft in
Villafranca Sicula, Sizilien, 200-600m ü.M.
100 Hektar Orangen Navelina und Washington-Navel
seit 1993 kontr. biolog., Naturland-Zertifizierung angestrebt
–> Steckbrief Arcobaleno (pdf)

l`Arcobaleno, der Regenbogen

l`Arcobaleno, der Regenbogen

l`Arcobaleno, der Regenbogen


Reise nach Italien

Woher kommt das Bio-Obst & Bio-Gemüse im Winter?


Wer steckt dahinter und können wir das auch verantworten?
Fünf Tage waren momo-gernot und momo-raoul auf Entdeckungstour in Italien. Von Apulien über Kalabrien nach Sizilien.
Die Hersteller aus unserer Region und auch darüber hinaus, mit denen wir- teilweise seit Jahrzehnten- zusammen arbeiten sind uns persönlich bekannt, haben unsere volle Aufmerksamkeit und genießen unsere Priorität.
Den Einkauf ausländischer Bio-Ware legen wir vertrauensvoll in die Hände unseres Großhändlers. Die Firma Weiling in Coesfeld ist Pionier, wie wir. Mit vergleichbaren Zielen, kurzum: Partnerschaftlicher Umgang, gegenseitige Verbindlichkeiten, höchste Qualitäten, dabei Menschen und Wurzeln nicht aus den Augen verlieren.
Die Mengen an ausländischem Obst & Gemüse sind gehörig.
Welche Menschen stecken dahinter? Was treibt sie an, wie setzen sie das um, mit wem kooperiert Momo? Ausser einem kurzen Händeschütteln auf einer Messe hatte bislang kaum Kontakt stattgefunden.
Mein Köfferchen war voller Fragen. Qualität, Transport, Pestizide, Abfall, Ressourcen, Menschen. Darüber wollten wir uns vor Ort informieren. Wir besichtigten zahlreiche Gemüsefelder, Zitrusplantagen, Packstationen sowie einen Winzer.


Qualität
Auf der einen Seite die Zertifizierung, denn in Italien ist diese meist eine Staatliche, vergleichbar mit dem "EU-Bio". Konsequentere Anbaumethoden müssen mit Demeter oder Naturland organisiert werden, und hier ist man auf dem richtigen Weg.
Auf der anderen Seite die Warenqualität.
In Italien wird zB bei Brokkoli weniger Wert auf die ausgebildete "Blume" gelegt. Verzehrt werden vielmehr ganz kleine Blüten mit viel kräftigem Grün. Eine Anpassung der Sortenwahl, Ernte und Verarbeitung nach hiesigen Verbrauchergewohnheiten will gelernt sein.
Ernten, waschen und verpacken muss transportgerecht, also deutlich behutsamer vor sich gehen als für die regionale Vermarktung. Zudem dauert es ein paar Tage bis die Ware bei uns im Regal liegt. Ware ohne Druckstellen ist keine Selbstverständlichkeit.
Allein die Farbe der Zitrusfrüchte ist- auf ökologische Art und Weise- nicht beeinflussbar. Nordeuropäer denken bei grünen Früchten an unreife Erdbeeren oder Tomaten, hier aber hat die Farbe keinen Einfluss auf Saftigkeit und Süße, es ist allein Chlorophyll.
Bei unserem Besuch, Mitte November, ist es nachts nicht unter 18°. Erst bei niedrigeren Temperaturen wird ein Prozess in Gang gesetzt, der für die gelbe oder rote Farbe sorgt. Konventionell behilft man sich mit künstlicher Begasung oder Misshandlung der Bäume, wir sollten uns an grünliche Zitrusfrüchte gewöhnen, denn kühler soll das Klima nicht werden...
Transport
Sämtliche Ware kommt per LKW nach Deutschland.
Ein notwendiges Übel, das ist der Preis an die Umwelt. Kohl und Rüben aus der Region sind aber auch keine wirkliche Lösung, ebenso wenig regionales Treibhausgemüse aus konventionellem Anbau, hier ist die Umweltbilanz noch schlechter.
Pestizide
Auch in Italien werden im biologischen Anbau keine synthetischen Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel eingesetzt, das bestätigen zudem regelmäßige Schadstoffanalysen.
Um dennoch eine gute Ernte einzufahren braucht es zB die richtige Fruchtfolge, an Boden- und Klimaverhältnisse angepasste Sorten sowie sehr viel Handarbeit.
Orangenbäume werden gestutzt, das bringt zwar geringeren Ertrag, aber Wind und Sonne halten die Bildung unerwünschter Pilze im Rahmen. Dennoch wird als Fungizid (Udo-Pollmer-Wichtigtuerei- Lieblings-Negativargument) Kupfer eingesetzt, in angemessener Menge, denn ein guter Landwirt macht sein Ackerbodenleben nicht kaputt sondern fördert es, alles andere rechnet sich langfristig nicht.
Der Anbau von Tomaten und Auberginen findet unter Folie statt, hier ist der Einsatz von Kupfer und Schwefel als Pilzhemmendes Mittel, trotz aufwendiger Belüftungsmechanismen, ebenso unumgänglich.
Abfall
Müllvermeidung ist Priorität, die meiste Ware für Weiling wird inzwischen in Pfandkisten gepackt. Ein weiterer Erfolg der langfristigen Partnerschaften, denn Ware die öffentlich versteigert wird, kommt in Pappe- und Holzkisten.
Ressourcen
Die Nutzung von Sonnen- und Windenergie ist selbstverständlicher als hierzulande.
Wasser ist, anders als ich erwartete, kein Problem. Jeder Betrieb verfügt über Anlagen zur Tröpfchenbewässerung, um gezielt und sparsam mit dem wertvollem Gut zu haushalten. Künstliche Seen fangen Regenwasser auf, übriges Wasser kommt aus Brunnen. Ein Grundwasserproblem- Absenkung, Versalzung, wie in Spanien- ist hier nicht bekannt.
Menschen
Wir haben authentische, ökologisch wirtschaftende Menschen kennen gelernt, in Generationen- übergreifenden Familienbetrieben oder in genossenschaftlichen Kooperativen organisiert,
Und vor allem sind wir mit einer unbeschreiblichen, ehrlichen Herzlichkeit empfangen- und übrigens auch bewirtet- worden.

Wie zu erwarten war, haben wir keine pomadigen Mafiosi kennen gelernt. Skandale, wie jüngst die Umetikettierung konventionellem zu biologischem Getreide, sind eine ganz andere Baustelle,

Fazit
Dank der Firma Weiling erhalten wir Ware aus dem Ausland, die wir mit gutem Gewissen verkaufen können. Qualitäten, Ökologie, Perspektive, Umgang auf Augenhöhe, das passt.

In unserer Gemüseabteilung gibt es eine Landkarte der Partnerbetriebe mit weiteren Informationen. Demnächst zudem Fotos von der Reise.

Weitere Projekte gibt es in Frankreich, Spanien, in der Dominikanischen Republik, noch weitere wachsen in Peru und in Burkina Faso. (Davon berichte ich dann an anderer Stelle :-))

Bis dahin, es gibt Videos auf YouTube; einfach mal "originalbioladen" eingeben.)
momo-raoul, im November 2012




• Suche •  nach oben •  Downloads •  Impressum






keywords: momo, bioladen, biomarkt, biokiste, bio kiste, bio produkte, bio super markt, bonn, beuel, biomilch, getreidemühle, bio fleisch, bio fair trade, fairer handel, fairer kaffee, gemüse abo, bioprodukte, bio obst, perfekt, professionell, naturkostladen, bio über le bens mittel, natur kosmetik, grüne kiste, abo kiste, gemüse kiste, bio siegel, bio rezepte, vegan, vegetarisch, biotofu, biobier