momomaus

Klick aufs BildIdylle Schäferhof


Herde weit weg...

Herde näher ran...

Herde ganz nah.

Herde mit Hirte, Schäfer Sebastian Schäfer


Mäh statt Muh

Mäh statt Muh

Mäh statt Muh


Schäferhof, Rehbergstr. 63, 51709 Marienheide
Tel. 02264-1585

zur website
–> Schäferhof

der Hofladen


Verwöhnung mit Kürbissuppe


der Schäferhof

wo sich die Schafe zum Melken anstellen


Alle paar Jahre mieten die Momos einen Bus und fahren mit Kundinnen und Kunden zu einem unserer Erzeuger. Diesmal zum Schäferhof in Marienheide.

Mitgereist war Walter Schmidt, dessen Bericht hier zu lesen ist.



Die Preise für Kuhmilch sind wieder gesunken.
Die Familie Schäfer aus Marienheide muss das nicht stören.
Sie sind Pioniere der Schafmilch-Erzeugung

Schäferhof-Logo


Mäh statt Muh – die 250 Schafe der Familie Schäfer geben viel Milch, aus denen ein sehr schmackhafter Käse erzeugt wird.


zu Besuch auf dem SchäferhofEs stimmt also wirklich. Auf dem blauen Blechschild am Briefkasten steht es: Schäfer. Eine Familie, die so heißt und Schafe hält- das hat schon etwas. Durchaus doppelsinnig nennt sich der Betrieb im Bergischen Land mit 30 Hektar Grünland denn auch „Schäferhof“. Er ist einer der wenigen in Deutschland, die in größerem Stil Schafmilch erzeugen. Und nicht nur das.
Angefangen haben die Schäfers damit schon 1987. „Damals war das Neuland- nicht nur für uns“, sagt Sebastian Schäfer. Erfahrungen mit Milchkühen hatten viele Bauern hierzulande, mit Schafen aber keiner. „Es hieß noch, das gehe bei uns doch gar nicht, auch wegen der mangelnden Nachfrage.“
Doch die Schäfers ließen sich nicht abschrecken- man muss das wirklich so nennen. „Es war eine Katastrophe“, erinnert sich der in Wuppertal geborene Schafhalter. „Wir haben ein Vierteljahr lang jedes Schaf auf den Melkstand getragen. Damals war das noch eine Eimer-Melkanlage.“ Die Tiere brauchten Zeit, um sich an die Prozedur zu gewöhnen, und auch die Schäfers lernten ständig dazu. Die Milch lieferte das Ehepaar an eine kleine Käserei, die aber „nach einem Jahr pleite“ war. „Doch da hatten wir längst Blut geleckt.“
Also begannen sie, ihre Schafmilch selber zu verarbeiten. Da zu ihren Abnehmern auch Bioläden gehörten, die selbstredend Biokäse beziehen wollten, stellten die Schäfers 1989 ihren Betrieb in Marienheide-Scharde nahe Gummersbach auf biologische Landwirtschaft um und traten „Bioland“ bei, dem größten deutschen Ökolandbau-Verband.
Ihre Herde wuchs, und wenige Jahre später standen schon sechzig Mutterschafe im Stall. Noch aber führte Sebastian Schäfer den Betrieb im Nebenerwerb. „Damals habe ich noch als Golfplatzwart gearbeitet“, berichtet er.
zu Besuch auf dem SchäferhofFür seine Frau Karla sei diese Zeit eine „Riesenbelastung“ gewesen, auch wegen der zwei kleinen Kinder. Doch 1994 gab Schäfer seinen Hauptjob auf und konzentrierte sich auf die Milchschäferei. Seine Frau und er investierten in eine eigene kleine Schafmilch-Käserei.
Heute, mit inzwischen rund 250 Mutterschafen, verarbeitet Karla Schäfer dort jährlich etwa 50 Tonnen Schafsmilch zu pasteurisiertem Weich- und Frischkäse sowie zu Joghurt. Verkauft werden die Erzeugnisse zu etwa 80 Prozent über den Naturkost-Großhandel, zu etwa 15 Prozent über Einzelhändler und zu etwa fünf Prozent direkt ab Hofladen. Ihre Milch werden die Mutterschafe in einem modernen Rohrmelkstand los, in dem jeweils Platz für zwanzig Tiere ist. „Allein damit sind wir täglich drei bis vier Stunden beschäftigt, auch am Wochenende“, sagt Sebastian Schäfer.
Seit ein paar Jahren gehört zum Betrieb in Marienheide-Scharde auch ein neuer, 350 Quadratmeter großer Laufstall aus baumdicken Rundhölzern. Da er sehr hoch und nach Süden offen ist, kann soviel Sonnenlicht einfallen, wie das Bergische Land zu bieten hat- wichtig vor allem im Winter. „Schafe sind Freiluft-Tiere“, merkt Schäfer an.
Vor rauem Wind geschützt stehen die wolligen Milcherzeuger auf einer Mistschicht, die bis zu einem Meter Dicke anwächst, bevor sie zweimal im Jahr erneuert wird.
zu Besuch auf dem SchäferhofUnter dem Stalldach baumeln drei vertrocknete Stechpalmen- ein alter Brauch südfranzösischer Schafzüchter, der Glück im Stall bringen soll. „Und es funktioniert“, sagt der Milchschafhalter lachend.
Die Weiden grenzen an das Hofgelände, und wann immer die Schafe wollen, können sie unter das schützende Stalldach. Die beiden Hütehunde brauchen dafür keine Pfote zu rühren. Selbst zum Melken stellen sich die Tiere von selber am Eingang des Melkstandes an. „Dann klingeln sie“, scherzt Schäfer.
Für Nachwuchs sorgen drei Zuchtböcke. Nur wenn die Schafe Lämmer bekommen, geben sie Milch- ein Umstand, der nicht mehr zum Allgemeinwissen gehören dürfte, wie Schäfer wohl zu Recht vermutet. Zum Glück kann er so viel Schafmilch erzeugen, wie seine Tiere im Melkstand hergeben. „Der Markt für Schafmilch ist nicht reguliert, es gibt keine Produktionsbeschränkung durch Milchquoten wie bei Kuhmilch“, sagt der 50Jährige, der bei Bioland Sprecher des Bundesfachausschusses „Schaf und Ziege“ ist.
der gute SchajoghurtUm mehr Käse und Joghurt erzeugen zu können, achtet natürlich auch Schäfer auf gute Milchleistungen seiner Tiere und versucht sie durch züchterisches Geschick zu steigern. Dazu muss er wissen, welcher seiner drei Böcke welches Schaf befruchtet hat. Der Kniff ist simpel: Jeder Schafbock verlässt in der Deckzeit zehn Tage lang die Bockweide, um zur Herde zu stoßen. Seine Brust wird mit einer bestimmten Farbe markiert, und bei der Begattung hinterlässt er auf dem Rücken des Schafes dann einen verräterischen Fleck. Doch bevor es soweit ist, darf schon im Juli ein sogenannter Animierbock zu den Schafen. Obwohl befruchtungsunfähig, lässt er die Schafe mühelos bockig werden. „Der macht die Mädels richtig an.“ Die Geburtenrate auf dem Schäferhof liegt immerhin bei etwa 1,7 Lämmern pro Schaf und Jahr.
Die Muttertiere gebären ab Mitte Dezember, vor allem aber im Januar und Februar. Schäfer zieht jedoch nur die Minderzahl der Lämmer selber auf. Nach sieben bis zehn Tagen verkauft er den größten Teil an Mastbetriebe, die später schlachten. Junge Lämmer zu verkaufen sei in Deutschland nicht einfach- ganz anders als in Frankreich. Dabei sei das Fleisch von Milchlämmern „besonders zart“.
der suchtbildende SchafkäseFür seine Zwecke erscheint Schäfer das aus Frankreich stammende hornlose Lacaune-Schaf am besten geeignet. Die kurzhaarige Rasse ist im südlichen Zentralmassiv und den Cevennen zu Hause und liefert die Milch für den berühmten, grün-blau marmorierten Roquefort-Käse. „Begonnen haben wir mit ostfriesischen Milchschafen“, erzählt Schäfer. „Doch wir brauchen Tiere, die auch in einer 250-er-Herde gut zurechtkommen.“ Die Ostfriesen- Schafe würden traditionell eher in kleinen Gruppen gehalten. Außerdem seien ihre Atemwege empfindlicher, sodass sie besser mit milderen Wintern zurechtkämen, wie sie in Meeresnähe typisch sind. Deshalb verdrängt Schäfer mehr und mehr die Erbanteile der Ostfriesen- Schafe aus seiner Herde.

zu Besuch auf dem SchäferhofWas seine Frau und ihn manchmal umtreibt, ist die Frage, wer ihre raren Erfahrungen auf lange Sicht nutzen soll. „Auch der Ökolandbau hat Nachwuchsprobleme, da geht es uns nicht anders als konventionellen Betrieben“, sagt Sebastian Schäfer. Das Paar hat zwar Kinder, aber keinen Hofnachfolger. Die Schäfers suchen einen Juniorpartner zum Anlernen, der später den Hof übernehmen möchte. Er muss nicht einmal Schäfer heißen.

Der Bericht als pdf
Dieser Bericht erschien in der WELT AM SONNTAG (NR. 45 am 9. NOVEMBER 2008), –> hier als pdf.
–> zum Schäferhof

momo-raoul




• Suche •  nach oben •  Downloads •  Impressum






keywords: momo, bioladen, biomarkt, biokiste, bio kiste, bio produkte, bio super markt, bonn, beuel, biomilch, getreidemühle, bio fleisch, bio fair trade, fairer handel, fairer kaffee, gemüse abo, bioprodukte, bio obst, perfekt, professionell, naturkostladen, bio über le bens mittel, natur kosmetik, grüne kiste, abo kiste, gemüse kiste, bio siegel, bio rezepte, vegan, vegetarisch, biotofu, biobier