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Momos Lager-Info

 
Lebensmittel sind lebendig. Oder zumindest sollten sie es sein. Es gibt fragwürdige Methoden, dieses Leben künstlich in die Länge zu ziehen- mittels Gift oder genetischer Manipulation. Weggeworfen wird zweifelsohne zu genüge, doch wenn es auf Kosten von Geschmack und vor allem auf Kosten der Gesundheit geht, sind Alternativen angesagt.
 
Da wird eine verschimmelte Bio-Orange zum Aha-Erlebnis denn- so ärgerlich es auch sein mag- ist es immerhin der Beweis für ein unbehandeltes Lebens-Mittel. Kein Natamycin, kein Methylbromid, keine radioaktive Bestrahlung oder was sich die Industrie sonst noch einfallen lässt zur Verfallsverzögerung mit Risiken und Nebenwirkungen.
 
Die relevanten Faktoren natürlicher Lagerung:
 
–> Temperatur
–> Feuchtigkeit
–> Reifegase
–> Licht, Luft, Gerüche
–> übrigens...
 

Die Temperatur

Kälte bzw. Wärme steuert den Reifeprozess, kann also zur Verlangsamung bzw. Beschleunigung eingesetzt werden.
Der Kühlschrank ist also meistens der richtige Aufbewahrungsort. Außer bei Auberginen, Bohnen, Gurken, Kürbis, Paprika, Tomaten und Zucchini. Die vertragen keine Temperaturen unter 8°C. Zu kühl gelagert wird die Zellstruktur zerstört, d.h. Gurken und Zucchini werden weich, Tomaten glasig und fade.
Exoten wie Avocados, Bananen, Mangos und auch Melonen mögen es keinesfalls unterhalb 10°. Ananas werden glasig und alkoholisch, Avocados braun und muffig.
Anderes Obst & Gemüse hält sich bei niedrigeren Temperaturen am längsten. Kiwi, Birnen und Aprikosen werden dadurch sogar erst genussreif. Auch Pilze mögen es sehr kalt.

 

Die Feuchtigkeit

Kälte entzieht Feuchtigkeit. Darum ist es am besten, die Lebensmittel in Papiertüten oder perforierten Plastiktüten aufzuheben, damit sie ihr Wasser behalten.
Pilze und Blumenkohl ausgenommen, die mögen es gar nicht feucht. Hier schützt die Verpackung vor fremder Feuchte.
Auch Bohnen leiden unter Nässe und werden fleckig, „rostig“.

 

Reifegase

Separate Verpackung hat zugleich den Vorteil, dass die Sorten sich nicht gegenseitig bereifen. Jedes Obst und Gemüse scheidet das Reifegas Ethylen aus. Dies ist ein normaler Prozess der Alterung.
Manche Sorten geben davon besonders viel ab, manche reagieren besonders empfindlich. Vor allem Äpfel und Birnen, Bananen, Kartoffeln, Melonen, Steinfrüchte, Tomaten und Zwiebeln, sowie alle besonders reifen Früchte verströmen davon reichlich.
Das macht vor allem ethylenempfindlichen Sorten zu schaffen. Brokkoli wird gelb, Gurken und Tomaten glasig und geschmacklos, Äpfel schrumpelig, Möhren werden bitter und Kartoffeln und Zwiebeln beginnen frühzeitig zu keimen.
Besonders ethylenempfindlichen Sorten sind Blumenkohl, Brokkoli, Wirsing, alle Kohlarten; Chicorée, Salate, Spinat, Tomaten und Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Birnen, Kiwi, Mango, Melonen, Pfirsiche, Pflaumen.
 

Licht, Luft, Gerüche

Licht spielt auch eine Rolle beim Lagern. Einige Sorten sind UV-empfindlich, vor allem Kartoffeln und Zwiebeln. Dadurch wird die Keimbildung beschleunigt, sie treiben aus. Zudem bilden Kartoffeln Solanin. Dies zeigt sich in den grünen Stellen an der Kartoffel und diese müssen großzügig entfernt werden.
 
Manche Früchte nehmen leicht gegenseitig Aromen an, vor allem bei Zwiebelgewächsen, bei Kohl und bei Melonen kann das böse Überraschungen mit sich bringen.
 
Reifende Früchte bilden Kohlendioxid. Äpfel in einer Tüte, die nicht ganz verschlossen ist, werden sehr lange halten, weil Sauerstoff entweicht und im Kohlendioxid reifen sie nur sehr langsam.
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übrigens...

Manche Früchte reifen nach, andere nicht.
Klimakterische Früchte reifen nach: Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Birnen, Feigen, Kiwis, Mangos, Pfirsiche, Pflaumen, Tomaten,...
Nichtklimakterische Früchte sind Ananas, viele Beeren, Gurken, Zitrusfrüchte und Trauben. •
 
Übrigens auch bereits gekochte Speisen sind im Kühlschrank am besten aufgehoben. Die sollten aber vorher abgekühlt sein, sonst kostet das unnötig Energie.
Ausnahme: Pilze und Spinat, die sollen zügig abkühlen damit sie wieder aufgewärmt werden dürfen.
 
Brot hat im Kühlschrank nichts zu suchen, es verliert an Geschmack und wird altbacken. Brot gehört in einen Baumwollsack oder in Papier. Optimal auch in unlasierte Tonbehälter, aber der muss alle 2-3 Tage mit Essigwasser gereinigt werden.
 
Eier mögen keine Temperaturwechsel, denn wenn sich Kondenswasser auf der Schale bildet wird die natürliche Schutzschicht abgewaschen und die Haltbarkeit reduziert sich wesentlich. Also entweder immer kühl oder immer unkühl lagern.
Ähnlich ist es mit der Wachsschicht bei Trauben und Pflaumen und bei manchen Apfelsorten. Eine natürliche Schutzschicht gegen Austrocknung. Wenn abgewaschen, essen.
 
"Grünzeug", also Möhrengrün oder Rübenstiel etc., entzieht der Frucht Feuchtigkeit, also alsbald entfernen; meistens ist es essbar, nur Mut.
 
Spargel, wie auch frische Kräuter oder Rauke, Bärlauch, freuen sich über einen kühlen Platz und feuchten Wickel. Kräuter mögen es auch wie Schnittblumen in Wasser, aber vorher anschneiden; Bakterien setzen die Kapillaren zu und das Kraut wird schlapp.
 
Grüne Schale bei Zitrusfrüchten ist weder ein Zeichen von Gift noch von Unreife. Erst wenn es im Anbauland unter 15° abkühlt, werden Zitrusfrüchte rot oder gelb weil erst dann das Chlorophyll abgebaut wird. Daher sind tropische Zitrufrüchte, wie Limetten, fast immer grün.
 
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist wenig aussagekräftig, was die tatsächliche Haltbarkeit von Lebensmitteln angeht.
Die "spezifischen Eigenschaften" eines Produktes sollen bis zu diesem Zeitpunkt, "unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen", weitgehend erhalten bleiben.
So, in etwa, die Deutsche Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung.
 
Die Angabe des Datums ist allein Sache des Produzenten; hier gibt es keine weitere behördliche Regelung. Ebenso keine Regelung was den Verkauf nach Ablauf dieses Datums betrifft. Vertraue auf Deine Sinne: Riechen, schmecken, sehen. Ein Getreidekorn ist auch nach 1000 Jahren noch verzehrsfähig, ein Sauermilchprodukt auch noch 2 Wochen nach Ablauf.
 
Aufmerksamkeit ist bei verarbeiteten Lebensmitteln angebracht. Mehl verliert seinen Nährwert, gemahlene Gewürze neigen zu Verkeimung,...
 
Ein "Verbrauchs-" bzw. "Verfallsdatum" hingegen ist behördlich geregelt. Nach Ablauf des Datums dürfen solche Produkte nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Dazu gehören zB Frischfleisch und -fisch. Laut Verordnung "sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit" darstellen.
 

Resümee

Lebensmittel separat einpacken. Die meisten mögen’s feucht.
Außer Exoten alles in den Kühlschrank.
Und noch etwas: Am besten immer nur so viel einkaufen, wie auch innerhalb kurzer Zeit verzehrt wird.
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